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Politik im Rest der Welt Salvini empört: Flüchtlinge dürfen „Sea-Watch 3“ verlassen
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Salvini empört: Flüchtlinge dürfen „Sea-Watch 3“ verlassen
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13:54 20.05.2019
Die italienischen Behörden haben das deutsche Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ beschlagnahmt und die 47 an Bord verbliebenen Flüchtlinge an Land gelassen. Quelle: Chris Grodotzki/Sea-Watch.org/dpa
Rom

Die italienischen Behörden haben das deutsche Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ beschlagnahmt und die 47 an Bord verbliebenen Flüchtlinge an Land gelassen. Das berichtete der italienische Rundfunk am Montag.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini reagierte empört auf die Entscheidung, die Flüchtlinge an Land zu lassen. „Ich hoffe, dass der Kapitän, der sich als Vize-Schleuser betätigt hat, verhaftet wird“, kritisierte er auf Twitter.

Die italienischen Häfen blieben geschlossen, betonte Salvini. Wenn ein Minister der mit Salvinis Lega regierenden Fünf-Sterne-Bewegung die Migranten an Land gelassen habe, müsse er sich dafür gegenüber den Italienern verantworten.

Flüchtlinge mussten Schiffe wegen Kontrollen verlassen

Sowohl das Transport- als auch das Verteidigungsministerium werden von Vertretern der Koalitionspartei geführt. Salvini drohte, er werde persönlich jeden anzeigen, der illegale Einwanderung begünstige.

Die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Hafenstadt Agrigent hatte die Beschlagnahmung des Schiffes angeordnet. Sie betonte, dass die Menschen die „Sea-Watch 3“aufgrund der Beschlagnahmung hätten verlassen müssen. Dies sei für Kontrollen nötig, durch die festgestellt werden solle, ob der Kapitän gegen das Gesetz verstoßen habe.

Die Staatsanwaltschaft werfe ihm Begünstigung illegaler Migration vor, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Montag. Sea-Watch bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Ermittlungen. Ein Sprecher sagte, man sei „allerdings überzeugt davon, dass diese zu nichts führen werden; wir haben hier nichts zu verbergen“.

Zwei Babys und 13 Minderjährige gerettet

Das Schiff mit dem Namen „Sea-Watch 3“, das unter niederländischer Flagge fährt, hatte vergangenen Mittwoch vor der Küste Libyens 65 Migranten gerettet. Viele der Geretteten, darunter zwei Babys und 13 weitere Minderjährige, hätten Anzeichen von Erschöpfung, Dehydrierung und Seekrankheit gezeigt, erklärte die Organisation mit Sitz in Berlin.

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Am Samstag war das Schiff dann offenbar ohne Erlaubnis in italienische Hoheitsgewässer eingelaufen. Zunächst durften 18 Menschen auf Lampedusa an Land gehen. Das Schiff wurde ins sizilianische Licata eskortiert. Dort sollte es am Montagnachmittag eintreffen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, kritisierte die Beschlagnahmung. „Dies und die geplanten weiteren Gesetzesverschärfungen für Seenot-Rettungskräfte sollen Lebensrettung im Mittelmeer unmöglich machen.

Das Verhalten des italienischen Innenministers widerspricht allem, wofür das Christentum steht“, so Bedford-Strohm. „Die Kriminalisierung der Seenotrettung muss ein Ende haben.“

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Von RND/dpa/epd

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