Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Schlange stehen für „Charlie Hebdo“
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Schlange stehen für „Charlie Hebdo“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:23 17.01.2015
Vergebliches Warten: Viele Menschen stellten sich vor dem Kiosk im Hamburger Hauptbahnhof an — doch nur die ersten sieben bekamen ein aktuelles Heft. Quelle: Fotos: Markus Scholz/dpa
Hamburg

Run auf „Charlie Hebdo“ auch in Deutschland: Zehn Tage nach den Terroranschlägen von Paris ist die erste Ausgabe des französischen Satiremagazins hierzulande erschienen — und war wie in anderen Ländern Europas binnen Minuten ausverkauft. Währenddessen gab es wieder weltweit gewalttätige Proteste gegen das Magazin, vor allem wegen der Mohammed-Karikatur auf der Titelseite.

Nach Deutschland kam zunächst nur ein kleiner Teil der Auflage von insgesamt sieben Millionen, weil der Ansturm auf die Hefte in Frankreich so gewaltig ist. Dort erschien die Ausgabe bereits am Mittwoch. In Deutschland wurden vor allem Hauptbahnhöfe, Flughäfen und Großstadt-Kioske beliefert. Im Geschäft kostete ein Exemplar vier Euro, im Internet wechselten die französischsprachigen Hefte wenig später schon für bis zu 100 Euro den Besitzer.

Hunderte Menschen harrten in Deutschland nachts teils stundenlang vor noch geschlossenen Zeitungsläden aus, nur um dann mit leeren Händen nach Hause zu gehen. Am Hamburger Hauptbahnhof warteten um 6 Uhr morgens mehr als 60 Menschen vor einem Zeitungskiosk. Doch nur die ersten sieben hatten Glück — danach hieß es „Ausverkauft“.

Vor einer Buchhandlung im Berliner Hauptbahnhof warteten gegen 5 Uhr etwa 100 Menschen, um ein Heft zu kaufen. Doch nur die ersten beiden waren erfolgreich: Das Geschäft hatte nur zwei Exemplare bekommen. Die Glücklichen hatten schon um Mitternacht Stellung bezogen. Ähnliche Szenen spielten sich in München, Stuttgart oder Hannover ab.

Das Titelbild der jüngsten Ausgabe zeigt unter der Schlagzeile „Alles ist vergeben“ erneut eine Zeichnung Mohammeds. In mehreren islamischen Ländern führte dies bereits nach den Freitagsgebeten zu teils heftigen Protesten. Im afrikanischen Niger zündeten aufgebrachte Muslime ein französisches Kulturzentrum sowie fünf Kirchen an, bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen starben drei Demonstranten und ein Polizist.

In der südpakistanischen Stadt Karachi kam es bei Protesten ebenfalls zu schweren Zusammenstößen. In der algerischen Hauptstadt Algier demonstrierten Tausende gegen „Charlie Hebdo“. Auf dem Tempelberg in Jerusalem versammelten sich Hunderte Palästinenser. Laut palästinensischer Nachrichtenagentur Maan wurde eine französische Flagge verbrannt. In Gaza sprühten Unbekannte auf die Mauern des französischen Kulturzentrums den Schriftzug „Ihr werdet zur Hölle fahren, französische Journalisten“.

Unterdessen wurde der bei dem Anschlag auf die „Charlie Hebdo“-Redaktion erschossene Attentäter Said Kouachi in der Nacht zum Sonnabend auf dem Friedhof der Stadt Reims unter Polizeischutz und im Beisein naher Angehöriger in einem anonymen Grab bestattet worden. Sein Bruder Chérif Kouachi soll an seinem letzten Wohnort Gennevillers bei Paris beerdigt werden.

LN

Bericht über CIA-Methoden erscheint auf Deutsch. Ex-Bunderichter Neskovic will Ermittlungen gegen ehemalige US-Administration.

17.01.2015

Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen Hinweisen auf mögliche Anschlagziele islamistischer Terroristen seit Tagen mit Hochdruck nach.

17.01.2015

Präsident Bling- Bling nannte man Nicolas Sarkozy einst — weil der frühere französische Präsident edles Geschmeide liebt und auch sonst Gefallen an Yachten, teuren ...

17.01.2015