Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Schleswig-Holstein unternimmt Vorstoß für neues Staatsangehörigkeitsrecht
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Schleswig-Holstein unternimmt Vorstoß für neues Staatsangehörigkeitsrecht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:52 19.03.2013
Ein Reisepass der Bundesrepublik Deutschland. Quelle: APICT
Anzeige
Kiel

„Menschen haben heute häufig mehrere kulturelle Wurzeln und nicht nur eine Heimat“, sagte Breitner heute in Kiel. Das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht müsse einer globalisierten Welt angepasst werden und deshalb Mehrstaatigkeit generell zulassen. Der Grundsatz der Vermeidung von Mehrstaatigkeit sei längst überholt. Die Verleihung der Staatsangehörigkeit sei kein Gnadenakt, sondern liege im Interesse des Staates.

Mehrstaatigkeit fördert die Integration“, sagte Breitner. Wichtig sei, dass Migranten am gesellschaftlichen Leben teilnähmen. Die Frage, ob sie nur eine oder mehrere Staatsangehörigkeiten besitzen, sei nicht entscheidend. Der Minister erinnerte daran, dass EU-Bürger bereits jetzt ihre bisherige Staatsangehörigkeit behalten dürfen, wenn sie die deutsche erwerben. Außerdem seien Kinder aus Ehen, in denen Vater und Mutter unterschiedliche Staatsangehörigkeiten haben (so genannte binationale Ehen), grundsätzlich Mehrstaater. Und mehr als die Hälfte aller Einbürgerungen erfolge heute schon unter Hinnahme von Mehrstaatigkeit. Ernste oder gar unüberwindbare rechtliche Probleme mit der Mehrstaatigkeit gebe es nicht mehr.

Anzeige

Die Zahl der Einbürgerungen in Schleswig-Holstein nimmt seit Jahren stetig ab. Im Jahr 2000 erwarben 5.639 Personen die deutsche Staatsangehörigkeit, 2011 waren es nur noch 3.029. Das entspricht einem Rückgang um rund 46 Prozent.