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Politik im Rest der Welt Söder: „Kehrt zurück und lasst die Nazis alleine in der AfD“
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Söder: „Kehrt zurück und lasst die Nazis alleine in der AfD“
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19:48 06.03.2019
Markus Söder: „Es ist Zeit für einen Richtungswechsel.“ Quelle: www.imago-images.de
Passau/Landshut

Freche Sprüche! Die waren am Mittwoch auf vielen Bühnen zu hören. Sie sollten Leute zum Lachen bringen und andere ärgern. Und worum ging es dabei? Um Politik!

Denn am Aschermittwoch laden viele Parteien ihre Fans ein. Dann halten Politiker Reden, die möglichst witzig sein sollen. Oft machen sie sich über die Regierung lustig oder über andere Parteien.

Angefangen hat das vor 100 Jahren in Bayern. Eigentlich mit einem Viehmarkt. Die Bauern trafen sich dort, um Tiere zu verkaufen. Sie redeten dann aber auch über Politik. Daraus machte ein Bauernverein eine Veranstaltung mit Reden, in denen frech geschimpft wurde. Später übernahmen Parteien diese Idee.

Die besten Zitate vom Aschermittwoch in dieser Bildergalerie

Am politischen Aschermittwoch halten Politikerinnen und Politiker Reden, die möglichst witzig sein sollen. „Die CSU ergrünt, ohne zu erröten“, ertönt es da von der Bühne. Oder: „Ich warte ja nur darauf, dass er (Markus Söder) irgendwann pressewirksam in Latzhose, Jesuslatschen und mit Jutebeutel in die Staatskanzlei marschiert.“ Ein Überblick über die besten Sprüche.

Weitere Themen aus den politischen Reden

CSU-Chef Markus Söder rief gemäßigte Mitglieder der AfD zum Austritt aus der Partei auf. „Kehrt zurück und lasst die Nazis alleine in der AfD. Es ist Zeit für einen Richtungswechsel“, sagte der bayerische Ministerpräsident beim politischen Aschermittwoch in Passau.

Die AfD sei keine Partei der vereinsamten Konservativen, besonders der Flügel um den Thüringer Rechtsaußen Björn Höcke sei klar auf dem Weg ins Rechtsextreme. Wer sich davon nicht vereinnahmen lassen wolle, müsse austreten.

Wenn Deutschland, wie von der AfD in ihrem Europawahlkampf ins Gespräch gebracht, die Europäische Union verlassen würde, sei dies das Ende der Freiheit, das Ende des Wohlstands „und das Ende der europäischen Idee, wie wir sie kennen“, sagte Söder.

RND-Korrespondent Rasmus Buchsteiner live vor Ort beim politischen Aschermittwoch in Passau:


Die Bundeschefin der Grünen, Annalena Baerbock, stichelt beim politischen Aschermittwoch nicht nur gegen die Konkurrenz – sondern auch gegen ihren Co-Vorsitzenden Robert Habeck. „Ob man von Bühnen springt oder von Twitter“ – man müsse richtig springen, sagte Annalena Baerbock in Landshut.

Habeck hatte den Erfolg der Grünen bei der bayerischen Landtagswahl im vergangenen Jahr mit Stagediving gefeiert und sich nach missglückten Äußerungen von Twitter verabschiedet.

Zu Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte Baerbock sich nicht. „Ihr habt den Söder so’was von im Griff, der braucht keinen politischen Schlagabtausch mit mir an dieser Stelle.“

Die SPD-Spitzenpolitikerin Katarina Barley  warf der Union vor allem beim Klimaschutz Untätigkeit vor. Von den Schwarzen kämen „keine eigenen Ideen, kein eigenes Konzept“, nur despektierliche Schenkelklopfer wie von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, sagte Barley in Anspielung auf deren viel kritisierte Karnevalsrede. 

Plumpes Abgrenzen und Witze über Minderheiten seien das Letzte, was die Gesellschaft brauche. Stattdessen solle man sich da lieber an den Mächtigen abarbeiten.

Der Grünen-Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält die wöchentlichen Klimaschutzproteste von Schülern für eine gute Sache. „Es macht Mut, was die jungen Leute machen“, sagte Kretschmann beim politischen Aschermittwoch in Biberach. Die Schüler wollten nichts anderes, als das der Planet für sie bewohnbar bleibe. Jeder sehe die Vorboten des Klimawandels.

Kretschmann verwies auf die jüngsten katastrophalen Waldbrände in Kalifornien oder die heißen Temperaturen im vergangenen Sommer in Teilen Europas.

Von RND/dpa/ngo/ani

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