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Politik im Rest der Welt „Spiegel“: Strache-Video wurde nicht gezielt vor Europawahl veröffentlicht
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt „Spiegel“: Strache-Video wurde nicht gezielt vor Europawahl veröffentlicht
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13:12 19.05.2019
Screenshot aus dem Video, das dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" und der "Süddeutschen Zeitung" zugespielt und von diesen veröffentlicht wurde. Quelle: Spiegel/Süddeutsche Zeitung/dpa
Berlin/Wien

Das aufsehenerregende Video über den inzwischen zurückgetretenen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ist nach den Worten eines „Spiegel“-Redakteurs nicht gezielt kurz vor der Europawahl veröffentlicht worden.

Die Aufnahmen seien nicht mit Absicht vor der Wahl Ende Mai platziert worden, sagte Wolf Wiedmann-Schmidt dem Sender n-tv. „Wir haben das Video im Laufe des Monats bekommen und ausgewertet. Und als wir uns dann sicher waren, dass es authentisch und echt ist, haben wir gesagt: Dann publizieren wir das Video.“

Im Video: Straches Alkohol-Abend auf Ibiza

Das Video zeigt, wie Strache einer vermeintlichen russischen Oligarchin 2017 auf Ibiza öffentliche Aufträge in Aussicht gestellt hatte, wenn sie seiner Partei zum Wahlerfolg verhelfe.

Der Satiriker Jan Böhmermann hatte bereits im April bei der Verleihung des österreichischen TV-Preises Romy in einer Video-Botschaft detaillierte Andeutungen über den Inhalt des Videos gemacht – also noch, bevor es der „Spiegel“ hatte.

„Spiegel“-Redakteur: „Wir haben gezielt eine Auswahl getroffen“

Woher das Material kommt, könne er aus Quellenschutzgründen nicht sagen, sagte Wiedmann-Schmidt weiter. Auf die Frage, was sonst auf dem stundenlangen Video zu sehen sei, antwortete er: „Wir haben gezielt eine Auswahl getroffen. Genau die Aussagen, die wir für öffentlich relevant halten. Wir werden nicht private Plaudereien öffentlich machen. Uns ging es nur darum, die politisch brisanten Vorgänge öffentlich zu machen.“

Laut „Süddeutscher Zeitung“, die das Video ebenfalls bekam, wurde das Material in einem verlassenen Hotel auf USB-Sticks übergeben.

Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte die Koalition mit der rechtspopulistischen FPÖ am Samstag aufgekündigt und eine Neuwahl vorgeschlagen. Zuvor war Strache als Vizekanzler und FPÖ-Chef zurückgetreten. Welche Auswirkungen das auf die Europawahl in einer Woche hat, ist offen.

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Von RND/dpa