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Politik im Rest der Welt Thüringen-Wahl: Diese Generation verhinderte einen AfD-Sieg
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19:11 28.10.2019
Björn Höcke, Landesvorsitzender der AfD in Thüringen. Quelle: imago images/Jens Jeske/Marius Schwarz/Montage RND
Berlin

Der amtierende Ministerpräsident Bodo Ramelow ist der Sieger der Thüringen-Wahl. Seine Partei Die Linke ging mit 31 Prozent als klar stärkste Kraft aus dem Wahlsonntag hervor. Mit deutlichem Abstand landete die AfD mit 23,4 Prozent auf Platz zwei. Dass es nicht andersherum kam, hat Ramelow vor allem den älteren Thüringern zu verdanken.

Denn bei den 18- bis 59-Jährigen wurde die AfD stärkste Kraft. Insgesamt 27 Prozent stimmten in dieser Altersgruppe für die Partei von Spitzenkandidat Björn Höcke. Die Linke liegt bei der U60-Generation mit 26 Prozent knapp dahinter. Anders sieht es bei den älteren Jahrgängen aus. 40 Prozent der Generation 60 plus gaben ihre Stimme laut Infratest Dimap der Linken, die AfD kam in dieser Altersgruppe nur auf 17 Prozent.

Noch deutlicher ist der Unterschied bei den Wählern jenseits der 70. Hier konnte die AfD nur 13 Prozent der Stimmen für sich verbuchen, während für Die Linke 41 Prozent stimmten.

Senioren tendieren zum Ministerpräsidenten

Das gute Abschneiden der Linken bei den Senioren ist vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen: Einerseits schneidet die Partei in den ostdeutschen Bundesländern bei älteren Wählern traditionell besser ab als im Gesamtergebnis. Andererseits lässt sich mit Blick auf die Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg bei den Älteren eine Tendenz in Richtung des amtierenden Ministerpräsidenten erkennen.

In Sachsen hatte die CDU mit dem amtierenden Ministerpräsidenten Michael Kretschmer bei der Ü70-Generation 45 Prozent erhalten (Gesamtergebnis 32,1 Prozent), in Brandenburg hatten in dieser Altersgruppe 42 Prozent die SPD um Ministerpräsident Dietmar Woidke gewählt (Gesamtergebnis 26,2 Prozent).

Regierungsbildung in Thüringen schwierig

AfD auch bei Jungwählern beliebt, Grüne vergleichsweise schwach

Außergewöhnlich ist allerdings die Stärke der AfD bei den Erst- und Jungwählern. Während bei den anderen ostdeutschen Landtagswahlen die Partei zuletzt bei den 18- bis 24-Jährigen im Vergleich zum Gesamtergebnis jeweils deutlich schlechter abgeschnitten hatte, gleicht das Thüringer Ergebnis unter den jungen Wählern mit 23 Prozent dem der Gesamtbevölkerung.

Anders als zuletzt konnten auch die Grünen bei den jungen Wählern nicht in dem Maße punkten. Zwar liegen sie mit 13 Prozent unter den 18- bis 24-Jährigen auch in Thüringen deutlich über dem Gesamtergebnis, von einem Höhenflug wie in Sachsen oder Brandenburg (20 und 27 Prozent) kann aber keine Rede sein. Sogar in einer Großstadt wie Erfurt wählte nur etwa jeder Zehnte die Grünen. In größeren Städten schnitt die Ökopartei zuletzt besonders stark ab.

Von Marcel Sacha/RND

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