Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Todesstrafe bei Homosexualität: Bundesregierung appelliert an Brunei
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Todesstrafe bei Homosexualität: Bundesregierung appelliert an Brunei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:02 02.04.2019
Der Sultan von Brunei Haji Hassanal Bolkiah. Quelle: imago images / Xinhua
Berlin

Wegen der Einführung der Todesstrafe bei Homosexualität und Ehebruch hat die Bundesregierung die Botschafterin von Brunei einbestellt. Bei dem Gespräch mit Rakiah Hj Abd Lamit am Montag habe die deutsche Seite ihre Sorge anlässlich des verschärften Scharia-Strafrechts zum Ausdruck gebracht, hieß es am Dienstag aus dem Auswärtigen Amt. Gleichzeitig sei an Brunei appelliert worden, bestehende internationale Menschenrechtsverpflichtungen einzuhalten.

Das neue Gesetz soll an diesem Mittwoch in dem südostasiatischen Sultanat in Kraft treten. Es sieht die Todesstrafe bei Homosexualität und Ehebruch durch Steinigung vor. Schon bislang war die Todesstrafe durch Erhängen bei Mord sowie Terror- oder Drogendelikten in dem muslimischen Staat möglich, wurde aber nach UN-Angaben zuletzt 1957 vollstreckt, als Brunei noch britisches Protektorat war.

Boykott-Aufrufe von George Clooney und anderen Prominenten

Das drakonische Scharia-Strafrecht stieß international auf scharfe Kritik. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, sprach von einer grausamen Strafe. Bei Amnesty International wird vermutet, Sultan Hassan al-Bolkiah wolle damit Islamisten Zugeständnisse machen. Der Schauspieler George Clooney rief in einem Beitrag für das Internetportal „The Deadline“ zu einem Boykott der Hotels im Besitz des Sultans auf, darunter das „Beverly Hills“ und das „Bel-Air“ in Los Angeles. Dem Aufruf hat sich den Angaben zufolge auch der Sänger Elton John angeschlossen.

Der Sultan gilt als einer der reichsten Männer der Welt. Brunei auf der Insel Borneo profitiert von Öl- und Gasvorkommen. Das Land hat rund 430.000 Einwohner, von denen sich 80 Prozent zum Islam bekennen. Das Gesundheits- und Bildungswesen wird als vorbildlich gerühmt.

Von RND/epd

Militärische Propaganda der Bundeswehr an Schulen? Für die Berliner SPD hagelt es nach einem geplanten Verbot von als Werbung bezeichneten Soldatenbesuchen Kritik. Der Berliner Innenminister versucht eine Klarstellung.

02.04.2019

Das westliche Verteidigungsbündnis wird 70 Jahre alt. Doch um relevant zu bleiben, muss die Allianz eine Strategie gegen den Aufstieg Chinas finden, kommentiert Damir Fras.

02.04.2019

Die Angst vor einem ungeordneten Brexit wächst. Die EU warnt vor den Konsequenzen eines britischen Ausscheidens aus der Union ohne Abkommen. May trommelt noch einmal ihr Kabinett zusammen. Will die Premierministerin es noch einmal wissen?

02.04.2019