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Politik im Rest der Welt Top-Diplomat aus Nordkorea nach Abführung wieder aufgetaucht
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Top-Diplomat aus Nordkorea nach Abführung wieder aufgetaucht
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13:15 03.06.2019
Der nordkoreanische Machthaber hat offenbar einen seiner Top-Diplomaten begnadigt. Quelle: picture alliance / dpa
Seoul

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un scheint einen seiner engsten Berater begnadigt zu haben. Kim Yong Chol, der nach dem gescheiterten Gipfel zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump laut Berichten abgeführt worden war, wurde bei einem Konzert mit Kim gesehen.

Auf Bildern staatlicher nordkoreanischer Medien saß er während einer musikalischen Darbietung von Offiziersfrauen in der Nähe eines klatschenden Kims und anderer hochrangiger Diplomaten.

Erst vergangene Woche hatte die südkoreanische Zeitung „Chosun Ilbo“ unter Berufung auf eine unidentifizierte Quellen berichtet, Kim Yong Chol sei zu Zwangsarbeit verurteilt worden, nachdem der zweite Gipfel zwischen Kim und Trump im Februar vorzeitig beendet worden war.

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Die amerikanische Seite hatte damals von exzessiven Forderungen Pjöngjangs und einer nur teilweisen Bereitschaft zur Aufgabe des Nuklearprogramms Nordkoreas gesprochen.

Nordkoreanische Medien berichten von Hinrichtungen

Kim Yong Chol galt als führender Verhandler und Gegenpart zu US-Außenminister Mike Pompeo. Er war vor den beiden Gipfeln jeweils nach Washington geflogen und hatte Trump zwei Mal getroffen.

Kim Jong Un hatte den USA nach dem Abbruch des zweiten Gipfels bis Ende des Jahres Zeit gegeben, für beide Seiten annehmbare Bedingungen zu finden, um ein Abkommen zu schließen und die Verhandlungen zu retten.

„Chosun Ilbo“ berichtete außerdem, der Diplomat Kim Hyok Chol, der an Vorgesprächen zum Gipfel zwischen den Nordkoreanern und den Amerikanern beteiligt gewesen war, sei gemeinsam mit vier weiteren Beamten des Außenministeriums hingerichtet worden.

Sie hätten sich von den USA auf deren Seite ziehen lasen und damit Kim Jong Un hintergangen, lautete demnach die Begründung.

Die südkoreanische Regierung und die Medien verfolgen die Entwicklungen in der nordkoreanischen Elite mit gemischtem Erfolg. Pjöngjang kontrolliert die Informationen strikt. Seouls Geheimdienst sagte, der Zeitungsbericht könne nicht bestätigt werden. Das Blaue Haus in Seoul äußerte sich nicht dazu.

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Von RND/dpa