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Politik im Rest der Welt Vater und Tochter im US-Grenzfluss gestorben: Großmutter wollte Flucht verhindern
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22:48 26.06.2019
Rosa Ramirez steht in ihrem Haus in El Salvador. Ramirez' Sohn Oscar Alberto Martinez Ramirez und ihre Enkelin Valeria ertranken beim Versuch, den Fluss nach Brownsville in Texas, USA, zu überqueren. Quelle: Salvador Melendez/AP/dpa
San Martin

Die Großmutter des im mexikanischen Grenzfluss Rio Grande ertrunkenen Mädchens ist nach dem Tod ihrer Enkelin und ihres Sohnes am Boden zerstört. Sie fühle ein Loch in ihrem Herzen, das niemand füllen könne, sagte Rosa Ramírez am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP in ihrem Heimatort San Martín.

Von dort aus war ihr Sohn Oscar Alberto Martínez Ramírez mit seiner Frau und der 23 Monate alten Tochter Valeria über Mexiko Richtung USA aufgebrochen. Sie habe ihn gebeten zu bleiben oder zumindest Valeria bei ihr zu lassen, sagte Ramírez. Die beiden wurden von der Strömung im Rio Grande weggespült und tot am Ufer gefunden. Der Vater hatte seine Tochter unter sein eigenes T-Shirt gesteckt, vermutlich um sie nicht zu verlieren. Darin steckte sie immer noch, als eine Journalistin ein Foto der Leichen machte. Seine Hand hatte das Kind auf dem Nacken des Vaters.

Tochter und Vater von starker Strömung mitgerissen

Das Foto sei schockierend, sagte Ramírez. Gleichzeitig sehe sie darin aber auch die “Zärtlichkeit“ zwischen Vater und Tochter, die bis in den Tod gereicht habe. “Man kann sehen, dass er sie beschützt hat. Sie starben in den Armen des anderen.“

Das Unglück im Grenzgebiet zwischen Mexiko und den USA ereignete sich bereits am Sonntag, wie das salvadorianische Außenministerium mitteilte. Zunächst habe der Vater das kleine Mädchen auf der US-Seite am Ufer abgesetzt. Dann sei er zur mexikanischen Seite zurückgekehrt, um seine Frau zu holen. In dem Moment sei die Tochter ins Wasser gesprungen. Der Vater habe sie noch greifen können, beide seien dann aber von der starken Strömung mitgerissen worden, zitierte “La Jornada“ die Frau. Nach einer stundenlangen Suche hätten Rettungskräfte die beiden Leichen dann am Montag rund 500 Meter entfernt entdeckt.

Die Familie habe seit rund zwei Monaten in einem Migrantenlager gelebt und auf die Gelegenheit gewartet, in den USA Asyl zu beantragen, sagte die Frau weiter. Ihre Schwiegermutter sagte der Zeitung “La Prensa Gráfica“ in El Salvador, sie habe versucht, ihren Sohn von dem Vorhaben abzubringen: “Ich habe ihn gebeten, den amerikanischen Traum nicht zu verfolgen.“

Mexiko schickte knapp 15.000 Soldaten an Grenze

Die Situation an der Grenze zwischen Mexiko und den USA hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch zugespitzt. Allein im Mai setzten US-Grenzpolizisten mehr als 144 000 Menschen vorwiegend aus Mittelamerika fest, die vor Gewalt und Armut in ihren Heimatländern geflüchtet waren. US-Präsident Donald Trump rief einen Notstand an der Grenze zu Mexiko aus und will dort eine Mauer bauen.

Nach einer Einigung im Streit mit den USA um Migration und Zölle hat Mexiko inzwischen knapp 15.000 Soldaten an der Grenze zwischen beiden Ländern eingesetzt. Sie unterstützten die nationale Migrationsbehörde dabei, irreguläre Grenzübertritte in Richtung USA zu verhindern, sagte Verteidigungsminister Luis Cresencio Sandoval.

Von RND/dpa

Das Foto erschüttert derzeit viele Amerikaner: Es zeigt die Leichen eines Vaters und seiner Tochter am Grenzfluss zwischen den USA und Mexiko. Es macht das ganze Ausmaß einer neuen Migrationskrise deutlich – diesmal in Amerika.

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