Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Absage an Nachtzug von Berlin nach Paris
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Absage an Nachtzug von Berlin nach Paris
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:09 09.10.2019
Die Österreichischen Bundesbahnen haben Nachtzug-Verbindungen der Deutschen Bahn übernommen.
Berlin

Deutsche und französische Grünen-Politiker würden gern wieder im Schlafwagen zwischen Berlin und Paris pendeln. Eine deutsch-französische Parlamentariergruppe wandte sich auf Initiative der Bundestagsabgeordneten Franziska Brantner mit der Bitte um eine wiederbelebte Nachtzugverbindung zwischen Berlin und Paris per Brief an die Verkehrsminister beider Staaten. Nun kam die Absage aus Berlin.

Das klassische Nachtzuggeschäft sei ein "sehr kostenintensives Angebot", heißt es im Antwortschreiben des Bundesverkehrsministeriums, das dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Es würden spezielle Wagen benötigt, die spezieller Wartung bedürften und tagsüber mitunter gar nicht zum Einsatz kommen könnten. "Trotz aller Bemühungen erwirtschaftete das klassische Nachtzuggeschäft der DB AG im Jahr 2015 einen Verlust von ca. 31 Millionen Euro", schreibt Enak Ferlemann (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium.

Zu speziell, zu teuer

Im Jahr darauf habe sich die Bahn daher entschlossen, die Schlaf- und Liegewagen durch nachts verkehrende ICE- und Intercity-Züge zu ersetzen. "Das Angebot wird seitdem mit jedem Fahrplanwechsel kontinuierlich ausgebaut", schreibt der Staatssekretär von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

„Andreas Scheuer stellt auf stur“: Grünen-Politikerin Franziska Brantner.

Die Grünen-Politikerin Brantner mag sich damit nicht zufriedengeben: "Die europäische Freizügigkeit muss endlich auch auf der Schiene Realität werden. Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich klimafreundliche Alternativen zu Flugzeug und Auto", sagte die parlamentarische Geschäftsführerin dem RND.

Das Kostenargument weist Brantner zurück. "2018 flogen 154,5 Millionen Passagiere auf innereuropäischen Verbindungen und verursachten 142 Millionen Tonnen CO2. Diese zumindest teilweise einzusparen, sollte uns die Investition in mehr Nachtzüge allemal wert sein", forderte die Grünen-Sprecherin für Europapolitik.

"Andreas Scheuer stellt auf stur", sagte Brantner. Sie warf dem Minister vor, "weder Wert auf eine klimafreundliche Verkehrspolitik noch auf ein neues deutsch-französisches Zusammenwachsen" zu setzen.

Von Marina Kormbaki/RND

Um CO₂-Emissionen in Deutschland einzusparen, will die Bundesregierung die Bahn ausbauen. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) weist auf ein Dilemma hin: Für Baustellen-Umleitungen gebe es bei der Bahn kein Geld. Wüst schlägt vor, die Gewinnorientierung aus der Satzung zu streichen.

09.10.2019

Die ehemalige Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, war am 9. Oktober 1989 in Berlin und schaute gebannt auf Leipzig. Heute sagt auch sie: Der Tag war der Anfang vom Ende des SED-Regimes. Die Menschen hätten ihre Angst verloren.

09.10.2019

In einem Brief, den das Weiße Haus am Dienstag an die Kongresskammer schrieb, steht, dass man jegliche Kooperation hinsichtlich der Ermittlungen gegen US-Präsident Donald Trump im Zuge der Ukraine-Affäre verweigern werde.

08.10.2019