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Politik im Rest der Welt Volksparteien setzten auf Ü-50-Politik
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09:00 13.02.2019
Schulstreik für Klimaschutz: 10 000 SchülerInnen und Studierende protestieren vor dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Berlin. Quelle: imago/Christian Mang
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Berlin

Da hat der neue CDU-General Paul Ziemiak der Klimarebellin Greta Thunbergaber mal so richtig einen reingezwitschert: „Oh Mann … kein Wort von Arbeitsplätzen, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit. Nur pure Ideologie. Arme Greta!“ Oh Mann, Ziemiak, wie kann sich der (eben noch) Chef der Jungen Union derart an einer Jugendlichen austoben, die so vielen Altersgenossen aus der Seele spricht?!

Es ist ja eine gute Übung, dass die JU im Verhältnis zur Partei besonders rückständig, ideologisch und borniert auftritt, doch dieses Meisterstück zeugt von großer Gedankenarmut, die bei der Union herrschen muss. Sämtliche Fühler in die Zukunft, die Angela Merkel vorsichtig mit einer neuen Familien-, Energie- und Migrationspolitik ausgestreckt hatte, werden von der jungen Garde kassiert – deren andere Lichtfigur Jens Spahn gerade andeutet, in welche Steinzeit er die CDU auch in Sachen Abtreibung zurückführen will.

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Da wir schon bei „Parteienerneuerung“ sind: Auch die Sozialdemokraten blicken zurück und bearbeiten ihr Trauma namens Hartz, dessen Urheber Schröder (Altkanzler, jetzt Rosneft) deftig in die Personaldebatte hineingrätscht.

Beide Volksparteien begreifen offenbar weder in Sachen Klima noch in Sachen Migration noch in Sachen Zukunft, wie die Zeichen der Zeit stehen, und so bereiten sie sich auf die Europawahl vor. Ernsthaft? Mit Humanität und Härte beziehungsweise Respektrente peilen sie zielsicher die Wähler Ü50 an. Hoffentlich fordern die U30 bald vorm Willy-Brandt-Haus mehr Demokratie und vorm Konrad-Adenauer-Haus mehr Europa. Und generell mehr politische Vernunft!

Claus Leggewie ist Professor für Politik an der Uni Gießen.

Von Claus Leggewie