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Politik im Rest der Welt Rechtsextreme Drohschreiben - Durchsuchungen in mehreren Ländern
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11:52 09.10.2019
Wegen rechtsextremer Drohschreiben gegen Moscheen, Parteizentralen, Medien und andere Einrichtungen laufen in vier Bundesländern seit dem frühen Morgen Durchsuchungen. Auf dem Bild zu sehen: Ein Polizeifahrzeug am Eingangsbereich eines Ankerzentrums. Quelle: Stefan Puchner/dpa
München

Nach islamfeindlichen Drohschreiben, die sich unter anderem gegen Moscheen, Ankerzentren, Parteizentralen und Medien richten, haben Ermittler bei einer konzertierten Aktion in vier Bundesländern mehrere Gebäude durchsucht. Der Einsatz richtete sich gegen sieben Beschuldigte aus dem rechtsextremen Milieu in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Sie sollen auch Sprengstoffanschläge angedroht haben.

Sechs der Personen seien vorläufig festgenommen worden, gab Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in München bekannt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen seien sie wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Der siebte Verdächtige sei zunächst nicht angetroffen worden.

Die insgesamt 23 Schreiben waren den Ermittlern zufolge vom 8. bis 23. Juli bundesweit per E-Mail versandt worden. Unterzeichnet waren die Drohschreiben mit "Volksfront", "Combat 18" oder "Blood and Honour". Das Neonazi-Netzwerk "Blood & Honour" (Blut und Ehre) ist verboten. Die gewaltbereite rechtsextreme Organisation "Combat 18" gilt als bewaffneter Arm von "Blood and Honour" und ist in mehreren europäischen Ländern aktiv.

"Combat" steht im Englischen für Kampf. "18" gilt als Szenecode für den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet, also A und H - die Initialen von Adolf Hitler. Die "Volksfront" ist eine ursprünglich aus den USA stammende rechtsextreme Organisation. Offiziell hatte sie sich 2012 aufgelöst.

Beschuldigte standen schon länger im Fokus der Polizei

Am Einsatz beteiligt waren insgesamt rund 120 Beamte, wie die für die Aktion federführenden Behörden in Bayern mitteilten. Die Ermittler wurden von Spezialeinsatzkräften (SEK) und örtlicher Polizei unterstützt.

Sichergestellt wurden Datenträger wie Computer, Smartphones und Festplatten - "alles was mit dem Versand von E-Mails zu tun hat", sagte ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes. "Sämtliche Beschuldigte stehen schon länger im Fokus polizeilicher Ermittlungen."

Die Drohschreiben gingen an Ankerzentren für Flüchtlinge, islamische Zentren, Moscheen, Parteizentralen und Presse- und Medienagenturen. "Derartige Drohmails wollen Menschen in Angst und Schrecken versetzen und den gesellschaftlichen Frieden stören", sagte Herrmann. "Dagegen gehen wir mit aller Macht des Rechtsstaats vor."

In Bayern gab es drei Durchsuchungen: jeweils eine in Oberbayern (Landkreis Rosenheim), Niederbayern (Straubing-Bogen) und Oberfranken (Landkreis Bamberg). In Baden-Württemberg fanden die Aktionen in zwei Objekten statt (Region Stuttgart und Landkreis Sigmaringen), in Sachsen-Anhalt (Landkreis Mansfeld-Südharz) und Thüringen (Stadt Suhl) gab es jeweils eine Durchsuchung.

Nähere Angaben zu den durchsuchten Objekten machten die Behörden nicht. Im Laufe des Vormittages waren die Aktionen beendet.

RND/dpa

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