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Politik im Rest der Welt Beschäftigte in Deutschland arbeiten im Schnitt 34,9 Stunden pro Woche
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14:51 19.08.2018
„Es gibt kein schlüssiges Argument für überlange Arbeitszeiten“, meint Linken-Arbeitsmarktpolitikerin Jessica Tatti. Quelle: dpa
Berlin

Beschäftigte in Deutschland haben im vergangenen Jahr deutlich weniger lang gearbeitet als ihre Kollegen in den meisten anderen EU-Ländern. Ihre Produktivität lag jedoch deutlich über dem EU-Durchschnitt. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Demnach beliefen sich die tatsächlich geleisteten Wochenarbeitsstunden von Arbeitnehmern in Deutschland 2017 auf durchschnittlich 34,9. Lediglich in den Niederlanden mit 31,8 und Dänemark mit 33,8 war die Arbeitszeit geringer. Der europäische Durchschnitt, der 2017 bei 36,4 Wochenstunden lag, wurde unter anderem in Griechenland (40,7), Bulgarien (40,0) und Polen (39,4) deutlich überschritten. Das Arbeitsministerium beruft sich in seiner Antwort auf Zahlen des europäischen Statistikamtes Eurostat.

Den Angaben zufolge leisteten die Beschäftigten in Deutschland pro Arbeitsstunde deutlich mehr als Arbeitnehmer in den meisten Ländern Europas. Ihre Produktivität lag im vergangenen Jahr 27,2 Prozentpunkte über dem EU-Schnitt. Effektiver waren lediglich die Beschäftigten in Luxemburg, Irland und Dänemark. In anderen Staaten der Europäischen Union – insbesondere in Osteuropa – war die Arbeitsproduktivität zum Teil deutlich geringer.

„Das nützt am Ende allen“

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Jessica Tatti sieht in den Zahlen einen Beleg dafür, dass Beschäftigte mit mehr Zeit für Privatleben und Erholung produktiver sind. „Das nützt am Ende allen, auch den Unternehmen. Es gibt kein schlüssiges Argument für überlange Arbeitszeiten. Sie senken nicht nur die Arbeitsproduktivität, sondern erhöhen auch das Fehler- und Unfallrisiko und machen Beschäftigte auf Dauer krank“, sagte Tatti dem RND. „Vor diesem Hintergrund ist es weder im Interesse der Beschäftigten noch betrieblich sinnvoll, dass die Arbeitgeberverbände derart massiv auf eine Ausweitung der täglichen Arbeitszeit und eine Aufweichung der Ruhezeiten drängen.“

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte sich zuletzt offen für eine begrenzte Flexibilisierung des deutschen Arbeitszeitrechts gezeigt. „Wir werden über eine Tariföffnungsklausel im Arbeitszeitgesetz Experimentierräume für tarifgebundene Unternehmen schaffen, um eine Öffnung für mehr selbstbestimmte Arbeitszeit der Arbeitnehmer und mehr betriebliche Flexibilität in der zunehmend digitalen Arbeitswelt zu erproben“, heißt es dazu im Koalitionsvertrag von Union und SPD. Die Arbeitgeber halten angesichts zunehmende Digitalisierung einen starren Acht-Stunden-Tag sowie die bestehenden Ruhezeit-Regelungen für überholt.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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