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Politik im Rest der Welt Amnesty fordert Reiseportale zur Ächtung jüdischer Siedlungen auf
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11:30 30.01.2019
Ma'ale Adumim, Westjordanland. Ma'ale Adumim ist die drittgroesste Siedlung im Westjordanland. Quelle: Meinrad Schade / Laif
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London

Amnesty International hat Online-Reiseportale zum Verzicht auf Inserate aus israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland aufgerufen. Anbieter wie Airbnb, Booking.com, Expedia und TripAdvisor förderten Tourismus in Siedlungen, die von einem Großteil der Welt als illegal betrachtet würden, schrieb die in London ansässige Menschenrechtsorganisation in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht mit dem Titel „Reiseziel: Besetzung“.

Im November hatte Airbnb angekündigt, Unterkünfte im Westjordanland aus dem Angebot zu streichen. Die Palästinenser begrüßten diese Entscheidung. Umgesetzt hat Airbnb die eigene Ankündigung jedoch nicht. Man arbeite noch daran, die „genauen Grenzen“ einschlägiger Gebiete zu ermitteln, hieß es. Amnesty rief Airbnb indes auf, sofort aktiv zu werden und die Sperre auf Unterkünfte in Ostjerusalem auszuweiten.

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Erklärung von Amnesty „ungeheuerlich“

Israel nahm 1967 während des Sechstagekriegs unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem ein. Dort leben heute mehr als 600.000 israelische Siedler in mehr als 200 Siedlungen. Die Palästinenser wollen auf dem Gebiet einen unabhängigen Staat gründen. Die Annexion Ost-Jerusalems 1980 durch das von der Knesset verabschiedete Jerusalemgesetz ist nicht international anerkannt.

Israel bezeichnete die Erklärung von Amnesty in einer Reaktion als „ungeheuerlich“.

Von RND/dpa/tap