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Politik im Rest der Welt Wie russische Trolle Einfluss auf die Wahl Trumps genommen haben sollen
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06:48 18.12.2018
US-Präsident Donald Trump und der russische Staatschef Wladimir Putin. Quelle: AP
Washington

Russland hat einem Bericht des US-Senats zufolge gezielt mit Wort, Bild und Videos in sozialen Netzwerken die Wahl von US-Präsident Donald Trump im Jahr 2016 unterstützt. Nach Amtsantritt von Trump seien die Anstrengungen sogar noch verstärkt worden, berichtete die Washington Post am Montag unter Berufung auf einen Senatsbericht, dessen Entwurf der Zeitung vorliegt.

„Klar ist, dass alle Botschaften die Republikaner begünstigen sollten – speziell Donald Trump“, heißt es. Es handle sich um die bislang umfangreichste Untersuchung der russischen Desinformationskampagne.

Mit Waffengesetzen und Migration zur Wahl ermutigt

Russische Akteure hätten US-Nutzer der verschiedenen sozialen Netzwerke in Interessensgruppen eingeteilt, schreibt das Blatt. Themen wie Waffengesetze und Migration seien beispielsweise gezielt an Konservative gerichtet worden, um sie so zur Wahl Trumps zu ermutigen. Potenzielle Gegner dagegen sollten von der Wahl abgelenkt und abgehalten werden.

Der Bericht, der im Lauf der Woche erscheinen soll, bezieht sich auf Daten eines Forschungsprojekts der Universität Oxford. Bis Mitte des Jahres 2017 wurden Einträge aus sozialen Netzwerken untersucht, die von den Plattformen Facebook, Google und Twitter bereitgestellt wurden. Über russische Einflussnahme während der Kongresswahlen im vergangenen November macht die Studie keine Aussagen.

Erst Facebook und Twitter, dann Instagram

Von einem Weckruf spricht Mark Warner. Der Bericht ist nach Meinung des langjährigen Senators erschütternd, da eine breit angelegte Kampagne deutlich werde, die sich sogar noch fortgesetzt habe, als über eine russische Einflussnahme bereits spekuliert wurde. Als die ersten Zweifel über die Urheberschaft von diversen Veröffentlichungen öffentlich wurden, hätten sich die „Internettrolle“ lediglich auf andere Medien verlagert. So seien die Propagandisten zunächst auf Facebook und Twitter aktiv gewesen und hätten sich später auf Instagram konzentriert.

In der Studie wird zudem eine „mangelhafte Kooperation“ der großen Tech-Konzerne beklagt, die sich bei der Untersuchung der Manipulationsversuche überaus bedeckt halten würden.

So hätten sich die führenden Facebook-Mitarbeiter bei den entsprechenden Kongressanhörungen bisher zwar zu den russischen Übergriffen geäußert, nicht aber zu den Aktionen bei der Konzerntochter Instagram.

Mehr als 1000 Videos für Youtube produziert

Über die Wirkungen der Postings lässt sich bisher nur spekulieren. Beeindruckend ist gleichwohl die Wucht, mit der die russischen Hacker vorgingen: Allein auf Facebook erzielten deren Aktivitäten demnach fast 40 Millionen „Likes“ und wurden etwa 30 Millionen Mal mit anderen Nutzern geteilt. Laut Studie wurden die Postings zudem etwa fünf Millionen Mal kommentiert.

Und für Youtube seien sogar eigens mehr als 1000 Videos produziert worden. Die jeweilige Zielsetzung sei eindeutig gewesen: „Der Kandidat Donald Trump sollte unterstützt und die Kandidatin Hillary Clinton diffamiert werden“, schreiben die Autoren der Studie.

In Trump-freundlichen Gruppen hätte sich die Mehrheit der Äußerungen auf Migration und das Waffenrecht bezogen. Eine besondere Zielgruppe seien zudem Afroamerikaner gewesen, die mehrheitlich der Demokratischen Partei zuneigen. Diesen Wähler sei zumeist suggeriert worden, dass eine Teilnahme an den Wahlen pure Zeitverschwendung sei.

Auf nahezu sämtlichen Online-Kanälen unterwegs

Die Hacker waren demnach auf nahezu sämtlichen Onlinekanälen unterwegs – neben Facebook, Twitter und Instagram vor allem Google+, Tumblr and Pinterest. Für ihren E-Mail-Verkehr sollen sie wiederum Adressen von Yahoo, Microsoft’s Hotmail und Google’s Gmail genutzt haben.

Lesen Sie auch: Trump steckt so tief im Schlamassel wie wohl noch nie

Der Bericht schließt an Erkenntnisse der US-Sicherheitsbehörden an, nach denen sich Russland massiv in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 einmischte. Die US-Geheimdienste gelangten bereits während des damaligen Wahlkampfs zu der Erkenntnis, dass Russland hinter den Hackerangriffen auf das Umfeld von Trumps Kontrahentin Hillary Clinton steckte.

Von RND/Stefan Koch/dpa/lf

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