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Seite Drei Als „Schlummi“ den VfB in die Oberliga schoss
Nachrichten Seite Drei Als „Schlummi“ den VfB in die Oberliga schoss
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21:37 10.04.2013
Von Peter-Wulf Dietrich
Jubel mit den Fans über den Aufstieg: VfB-Stürmer Schlumberger nach dem späten Tor zum 1:0-Sieg in Wilhelmshaven 1993. Quelle: Maxwitat
Lübeck

Es ist der 13. Juni 1993. Letztes Aufstiegsspiel beim SV Wilhelmshaven. Die 88. Minute. Thomas Schlumberger steht an der linken Strafraumseite. Sein Schuss wird von Klümper abgefälscht und landet als Bogenlampe im Tor. 1:0 für den VfB Lübeck. Der Aufstieg in die Dritte Liga, die damals Oberliga hieß, ist endlich perfekt. „Jetzt brechen goldene Zeiten an", jubelt Trainer Ernst Menzel.

Der VfB landete in der Abschlusstabelle punktgleich, aber mit der um zwei Treffer besseren Tordifferenz vor dem niedersächsischen BV Cloppenburg auf Platz eins. Nach zehn Jahren Abwesenheit kehrten die Grün-Weißen wieder in die Oberliga Nord zurück.

4600 Zuschauer pilgerten damals ins Stadion an der Friedenstraße, davon rund 2000 aus Lübeck. Lübeck musste gewinnen. Es war ein offenes Spiel. Entsetzen bei den VfB-Anhängern, als Schiedsrichter Harder in der 55. Elfmeter für Wilhelmshaven pfiff. Aber Torhüter Jan Wessel hielt den Strafstoß von Claassen. Das Zittern ging bis zum Schluss weiter, bis zum goldenen Tor von „Schlummi“

Schlumberger.

Bei Teammanager Klaus Borchert, gleichzeitig Co-Trainer unter Menzel, war die Erleichterung zu spüren: „Nach zehn Jahren Verbandsliga endlich der Aufstieg.“ Nach der Rückkehr wurde auf der Lohmühle die ganze Nacht durchgefeiert.

„Es ging um sehr viel", erinnerte sich Menzel. „Der Druck war groß, das Spiel mehr als spannend. Wir mussten mit Dittberner, Behnert und van der Steen drei Stammspieler ersetzen."

Das „Aufstiegs-Stadion“ gibt es heute nicht mehr. Kleine Eigenheime sind inzwischen auf dem Gelände entstanden. Wenige hundert Meter entfernt steht heute das 1999 erbaute Jade-Stadion, eine reine Fußball-Arena mit einem Fassungsvermögen von rund von 7500 Zuschauern.

PWD