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Seite Drei Das Glück kann auch ein Schwein sein
Nachrichten Seite Drei Das Glück kann auch ein Schwein sein
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18:23 18.03.2017
Von Wolfram Hammer

Sieben Wochen noch bis zur Landtagswahl. Der Wahlkampf geht jetzt so richtig los. Die ersten Plakate hängen, Wahlkampfstände in den Fußgängerzonen, die Kieler Polit-Prominenz lässt sich in der örtlichen Festhalle blicken: Wer hat die besten Zukunftskonzepte? Die alten Rituale also. Oder auch: Lebendige Demokratie.

„Die Nord-CDU wäre gut beraten, ihren Spitzenkandidaten diesmal auch dann nicht gleich wieder in die Wüste zu schicken, wenn sich die Umfragen am Wahlabend bestätigen sollten.

Meinungsforscher versuchen, die Ausgangslage zu ermitteln. Ihre Prognosen nähern sich langsam an. Die SPD gewinnt wieder hinzu, liegt jetzt vorn, die CDU verliert. 33 zu 27 Prozent sagt die jüngste Umfrage voraus. Die SPD-Grünen-SSW-Koalition könnte weiter regieren. Ganz klar, heißt es von der Union: Das ist doch nur der Schulz-Effekt, keine eigene Leistung der Regierung. Tatsächlich frotzeln selbst Sozialdemokraten in den Facecbook-Accounts befreundeter CDUler zurück, das sei eben ausgleichende Gerechtigkeit. Die Union habe in den letzten zehn Jahren ja auch im Wesentlichen vom Merkel-Effekt gelebt. Andererseits: Große Fehler hat die SPD-geführte Landesregierung in den letzten Monaten tatsächlich nicht mehr gemacht. Und dank schwarzer Zahlen im Haushalt musste sie auch keiner Wählergruppe weh tun, konnte sogar munter neue Stellen spendieren. Die Grundlage dafür hat 2010 ausgerechnet die CDU-Regierung mit ihrer Sparpolitik gelegt. Das Glück, so muss es die Union erleben, kann eben manchmal auch ein Schwein sein.

Bei den Christdemokraten wächst denn auch die Nervosität: Hektisch hat man im Herbst den Spitzenkandidaten gewechselt, und jetzt liegt der neue, Daniel Günther, immer noch nicht in Führung? Diese Führung überhaupt erwartet zu haben, offenbart allerdings ein seltsames Bild vom Wähler. Der bemisst eine Partei nämlich ganz offensichtlich nicht nach einem in wenigen Wochen hochgepuschten Kandidaten und schnell hingeworfenen programmatischen Knallern wie der Forderung nach Rückkehr zum G9-Abitur. In Niedersachsen zum Beispiel brauchte Christian Wulff drei Wahl-Anläufe, um die SPD-Feste Hannover zu schleifen und am Ende doch noch mit fast 50 Prozent Ministerpräsident zu werden. Kaum anders erging es Ole von Beust in Hamburg, der zwei Anläufe brauchte. Die Nord-CDU wäre also gut beraten, ihren Spitzenkandidaten diesmal auch dann nicht gleich wieder in die Wüste zu schicken, wenn sich die Umfragen am Wahlabend bestätigen sollten. 2022 ist auch noch eine Wahl.

Gesungen ist die Messe aber heute ja ohnehin noch nicht. Der Wahlkampf, wie gesagt, geht gerade erst so richtig los – die alten Rituale, vielleicht ja doch noch von dem einen oder anderen mit ganz neuen Inhalten und Vorschlägen gefüllt, auf Plakaten, Wahlkampfständen oder in der örtlichen Festhalle. Wir lassen uns gerne überraschen.

LN

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