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Seite Drei Gespaltene Reaktionen auf ROV-Lösung
Nachrichten Seite Drei Gespaltene Reaktionen auf ROV-Lösung
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16:55 08.05.2014
Die Grafik der Staatskanzlei zeigt die geplante Schienenanbindung zur Beltquerung (blau) und die schon bestehende Bahnlinie (rot). • Detaillierte Karten finden Sie auf der Internetseite der Staatskanzlei unter www.schleswig-holstein.de/STK/DE/STK_node.html
Oldenburg

Das Aufatmen in Orten und Städten entlang der Bestandstrasse zum Belt ist groß. Nachdem gestern Ministerpräsident Torsten Albig in Kiel den Raumordnungsbeschluss für den Korridor der zweigleisigen Beltschiene vorgestellt hat ist klar: Bis auf Göhl und Heringsdorf werden praktisch alle Gemeinden mehr oder weniger vom Bahnlärm verschont.

„Die vorgestellte Trasse kommt einer raumverträglichen Trasse sehr nahe“, sagte Bundestagsabgeordneter Ingo Gädechens (CDU). Während es für Großenbrode schon früh Signale für eine autobahnnahe Trasse gegeben habe, habe er mit der Umfahrung von Ratekau und Lensahn so nicht unbedingt gerechnet.SPD-Landtagsabgeordneter Lars Winter kann der umfangreichen Neubautrasse ebenfalls Positives abgewinnen. „Da es eine Neubaustrecke ist, muss die Bahn auch sämtliche Kosten für Überführungen und Tunnelbauwerke tragen, wenn Straßen durch die neue Bahnstrecke unterbrochen werden.“ Bei einem Ausbau der Bestandsstrecke wären die Gemeinden hingegen laut Eisenbahnkreuzungsgesetz zu einem Drittel an den Kosten für die Aufhebung von Bahnübergängen beteiligt worden.Kritik an der Lösung kommt aus Oldenburg: Hier soll die Trasse nicht parallel zur Autobahn, sondern südöstlich des Ortes verlaufen. Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) betont, dass es im Bereich Oldenburger Bruch genügend Raum gegeben hätte, die Strecke vom Ort weiter fernzuhalten.Kosten könnten auf die Bäderorte zukommen. Sie werden zwar vom Bahnlärm entlastet, wären nach Ansicht von Landrat Reinhard Sager allerdings für mögliche Shuttle-Verkehre zwischen den neuen ortsfernen Bahnhöfen und den Ostseebädern verantwortlich. Ob der Kreis das Angebot seiner Busverbindungen werde ausweiten oder nur neu ordnen müssen, bleibe abzuwarten.Nach dem Raumordnungsbeschluss bereitet die Bahn nun das Planfeststellungsverfahren vor. Erst darin wird festgelegt, wo die Schienen genau verlegt werden und welcher Lärmschutz wo erforderlich ist.Ministerpräsident Albig forderte die Bürger schon einmal auf, sich nicht zurückzulehnen, sondern ihre Forderungen erneut vorzubringen.Weiterlesen: Gemischte Gefühle im Süden des Kreises - bleibt der Nahverkehr auf der Strecke?hm