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20:21 25.03.2017
Von Wladimir Kaminer

Wenn Menschen sich überfordert fühlen und nicht mehr weiterwissen, suchen sie im Weltraum die Rechtfertigung für ihr irdisches Scheitern. Das russische Staatsinstitut für Weltraumforschung hat letzte Woche eine landesweite Ausschreibung veröffentlicht: Es werden neue Kosmonauten gesucht. Sie dürfen nicht jünger als 35 Jahre alt sein und müssen Flugerfahrung besitzen. Das ganze Volk schaut nach oben und hofft leise: Ob vielleicht Putin fliegt? Genug Flugerfahrung hat er, der Mann hat schon alles Mögliche durch die Luft gesteuert, er ist sogar mit den Kranichen als Leitvogel verkleidet geflogen. Und sein irdischer Job wird mit den Jahren nicht leichter. Putin wird permanent von der westlichen Presse als der mächtigste Mann der Welt hingestellt, der neue CNN-Film über ihn heißt auch so: „The Most Powerful Man in the World“. Dabei ist nächstes Jahr in Russland Wahljahr. Gegen wen soll der mächtigste Mann antreten?

Alle seine Gegner sind vorbestraft oder außer Landes, es gibt nicht einmal einen Kranich, der sich traut, ihm zu widersprechen. Vom mächtigsten Mann der Erde zurück zum russischen Präsidenten – ein klarer Karriereknick. Die einzige Steigerung könnte im Weltraum liegen: Als „The Most Powerful Man in Space“ könnte Putin der erste Politiker sein, der eine aktive Vertretung der irdischen Interessen im Weltall betreibt. Er könnte den türkischen Präsidenten Erdogan als Copiloten mitnehmen und den amerikanischen Präsidenten Trump als Maschineningenieur. Als hartgesottener „Star Wars“-Fan würde Trump zu einem solchen Flug sicher nicht Nein sagen. Und hier auf Erden wäre endlich Ruhe.

Wladimir Kaminer ist Schriftsteller in Berlin.

LN

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