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Seite Drei Ogottogott, wohin nur?
Nachrichten Seite Drei Ogottogott, wohin nur?
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18:23 18.03.2017
Von Curd Tönnemann

Luther-Jahr, ein Extra-Feiertag am Reformationstag und religiöser Fanatismus allüberall in der Welt: Es ist Zeit, über den Religionsunterricht an unseren Schulen zu diskutieren. Katholische Bischöfe wollen sich einem gemeinsamen Unterricht mit Protestanten öffnen, 163 Universitätstheologen halten dagegen. Und was ist mit der Beteiligung muslimischer Kinder? Wo wir beinahe wöchentlich von Hasspredigern lesen müssen, die Moscheen schamlos für ihre Propaganda missbrauchen. Wenn Sozialdemokraten einen religions- und konfessionsübergreifenden Schulunterricht befürworten, stutzen wir: Einheits-Reliunterricht – oh Gott, ist das schon wieder so ein Stück falsch verstandener Liberalität?

Mal ohne Schaum vorm Mund: Wäre ein modern-humanistischer Religionsunterricht nicht ein erster Schritt für ein Mehr an Integration? Zugleich die Chance, muslimische Kinder einzubinden, statt ihre religiöse Erziehung Koran-Schulen zu überlassen. Was würden wir verlieren, wenn Protestanten und Katholiken gemeinsam mit Kindern auch jüdischen Glaubens unterrichtet werden? Nichts. Im Gegenteil. Es würde die Kritikfähigkeit aller Schüler fördern. Ihre Allgemeinbildung, was andere Glaubensrichtungen angeht. Mehr Verständnis für Geschichte und Kultur bedeuten.

Der Weg zu einem neuen Religionsunterricht ist weit. Kirsten Fehrs, Bischöfin für Hamburg und Lübeck, hat auf der jüngsten Nordkirchen-Synode in Travemünde gesagt, interreligiöser Dialog bedeute harte Arbeit. Ziel sei nicht, die Unterschiede der Religionen zu nivellieren. „Ziel des Dialogs ist vielmehr, dass wir Unterschiede erkennen und sie aushalten.“ Bitte schön, das gilt auch für den Religionsunterricht. Diskutieren wir also nicht, ob wir Religionsunterricht überhaupt brauchen – diskutieren wir, wie er aussehen sollte.

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