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Seite Drei Vor sechzig Jahren: Ufos über Travemünde
Nachrichten Seite Drei Vor sechzig Jahren: Ufos über Travemünde
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20:15 07.01.2014
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Lübeck

Lübeck — Man schrieb den 13. November 1954, als sich seltsame Dinge über Travemünde zutrugen und ein Ehepaar abends um viertel nach acht mehr als irritiert am Strand zurückließen.

„Wir guckten hoch und sahen von Osten her in nicht sehr großer Höhe eine sich drehende Scheibe heraufkommen, die im Mondlicht deutlich schillerte“, berichtete die Frau damals den „Lübecker Nachrichten“. Sie hätten die Erscheinung „mehrere Sekunden lang ganz klar erkennen“ können, und ein Komet sei es nicht gewesen. Es habe jedenfalls gereicht, sie richtiggehend zu erschüttern.

Tags darauf griff die seinerzeit bestehende und später im „Lübecker Morgen“ aufgegangene „Lübecker Freie Presse“ die Geschichte auf und mochte sie nicht so recht glauben. Der Himmel sei zur Hälfte wolkenverhangen gewesen, schrieb die Zeitung, auch wüssten weder Polizei noch Wasserschutzpolizei, noch das Lotsenamt von etwas Verdächtigem. Aber genau östlich von Travemünde, in Wustrow, sei ein sowjetischer Übungsplatz der Flugabwehr, und dort werde nicht nur geschossen, es suchten auch Scheinwerfer den Himmel nach möglichen Flugobjekten im Luftraum ab. Wenn solch ein Scheinwerferkegel auf den unteren Rand einer Wolkenbank treffe, sehe er oval aus, und in Bewegung sei er auch. Wie auch immer: Lübeck brauche jetzt nicht mehr neiderfüllt auf die USA zu schauen und könne über eigene Fliegende Untertassen diskutieren.

LN