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Wirtschaft im Norden 2011 war ein gutes Jahr für die Wirtschaft
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden 2011 war ein gutes Jahr für die Wirtschaft
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23:19 23.06.2014
Lübeck

„Das Jahr 2011 ist für die schleswig-holsteinische Wirtschaft gut gelaufen“ – dieses Resumee zieht der Präsident des Unternehmensverbandes (UV) Nord, Uli Wachholtz. „Die Auftragsbücher waren und sind nach wie vor gut gefüllt. Die Unternehmen haben zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen und in Gebäude und Anlagen investiert“, erklärt er. Das beweist auch die LN-Umfrage unter den 50 größten Unternehmen in Schleswig-Holstein, die auf Zahlen einer Studie der HSH Nordbank basiert.

Die Tendenz bei den meisten Teilnehmern der Umfrage zeigt klar nach oben – was die Zahl der Mitarbeiter, aber auch was den Umsatz angeht. Angeführt wird die Liste wie in den Vorjahren vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH). Die Bockholdt-Gruppe und die Drägerwerk AG, beide mit Hauptsitz in Lübeck, liegen wie 2010 auf Rang fünf und sechs.

Aktuell erlebe die Wirtschaft global und auch national eine leichte Eintrübung der Konjunktur. Das drücke für den Ausblick aufs kommende Jahr die Stimmung, sagt der UV-Nord-Präsident. „Wenn große Hagelschläge ausbleiben, blicke ich aber verhalten zuversichtlich in die Zukunft. Der Arbeitsmarkt im Norden wird sich dann auch im Jahr 2012 stabil präsentieren“, erklärt Wachholtz. Allerdings sei Augenmaß bei den anstehenden Tarifabschlüssen nötig.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck zeichnet ein ähnliches Bild. „Die Wirtschaft blickt optimistisch ins Jahr 2012. Viele Unternehmer berichten mir, dass die Stimmung dank guter Auftragslage für die kommenden Monate positiv sei. Das sind gute Nachrichten für die Ausbildungs- und Beschäftigungsquoten in unserer Region“, erklärt der IHK-Hauptgeschäftsführer Matthias Schulz- Kleinfeldt. Besonders zuversichtlich seien die Branchen Industrie und Dienstleistungen. Die Unternehmen teilten den Euro-Pessimismus nicht. Risiken sehen sie für 2012 eher in der Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise.

Sehr erfreulich sei, dass die Zahl der Beschäftigten in Schleswig- Holstein auf über 820 000 gestiegen sei, sagt Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord. „Leider ging der Konjunkturaufschwung an den Langzeitarbeitslosen und den älteren Arbeitslosen vorbei, und viele Beschäftigte fanden nur in prekären Arbeitsverhältnissen einen Job.“ So sei die Zuwachsrate in der Leiharbeit, wo die Löhne im Schnitt ein Drittel niedriger sind als bei Stammbelegschaften, fast vier Mal so hoch wie bei der Beschäftigtenzahl insgesamt. Mit steigenden Löhnen müsse man die Binnenkonjunktur stärken. Die größte Gefahr gehe weiter von den Folgen der Finanzspekulation und der Bankenkrise aus, sagt Polkaehn. cri/jen

LN