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Wirtschaft im Norden Ägypten setzt auf Solarenergie
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Ägypten setzt auf Solarenergie
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18:10 17.03.2018
Assuan

Dort, wo die Sonne am stärksten scheint, gibt es die wenigsten Solarzellen. Das will Ägypten ändern und baut am größten Sonnenkraftwerk der Welt. Es spiegelt auch den Absturz der deutschen Solarbranche wider.

Selbst für den Streuner sind die Paneele mitten in der Wüste Ägyptens eine großartige Neuerung. Seelenruhig döst der Hund in ihrem kühlenden Schatten, während über ihm aus Sonnenlicht Energie gewonnen wird. Hier, in dem vor Hitze flimmernden Sand, glitzern die Scheiben von 200 000 Solarmodulen auf einer Fläche von 50 Fußballfeldern.

Die größte Anlage des Landes soll bis 2019 noch etwa 30 Mal größer und damit die leistungsstärkste der Welt werden. Ägypten fördert angesichts seiner rasant wachsenden Bevölkerung die erneuerbaren Energien – und setzt dabei auch auf das Wissen deutscher Ingenieure.

„Hier haben wir ideale Verhältnisse und eine der stärksten Sonneneinstrahlungen der Welt“, sagt Anton Milner, Geschäftsführer der deutschen Planungsfirma IB Vogt, der sich zwischen den zahllosen Reihen beweglicher Module aufgestellt hat. Diese folgen der Sonne, um den ganzen Tag über möglichst viel Licht abzubekommen.

Das Feld, das die Berliner aufgebaut haben, ist nur das erste von 41. Der gigantische Solarpark soll ab dem nächsten Jahr so viel Energie wie ein großes Atomkraftwerk erzeugen. Im Moment reicht es schon für 20000 Haushalte. IB Vogt ist mit seinem ägyptischen Partner und der Regierung an vier der Felder beteiligt.

Eigentlich sollte hier, in Benban nahe der Stadt Assuan, nicht nur deutsches Know-how, sondern auch deutsche Hardware eingesetzt werden. Die angefragten Module konnte die Solarworld AG aber nicht mehr liefern – sie ging 2017 pleite, vor allem wegen der Billigkonkurrenz aus Fernost.

Im Moment machen erneuerbare Energien etwa zehn Prozent in dem nordafrikanischen Land aus. 2022 soll es schon doppelt so viel sein. Genug Platz und Sonne hat Ägypten jedenfalls, um die kleine Energiewende zu schaffen und sich von Kohle, Gas und Öl unabhängiger zu machen.

LN

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