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Wirtschaft im Norden An ihr geht keine Cola vorbei
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18:10 28.04.2018
Mit der Schablone in der Hand prüft Gisela Karlisch (58), ob das Etikett passgenau an der Flasche sitzt.
Mit der Schablone in der Hand prüft Gisela Karlisch (58), ob das Etikett passgenau an der Flasche sitzt. Quelle: Fotos: Rüdiger Jacob
Mölln

Wenn das keine Bilderbuchkarriere ist: Als Aushilfe an einer Abfüllmaschine hat Gisela Karlisch ihre Arbeit am Coca-Cola- Standort in Mölln aufgenommen. Das war vor 38 Jahren. Heute ist die 58-Jährige in der Qualitätssicherung tätig. Ein Job, der ihr immer noch Spaß macht. „Die Arbeitsschritte sind sehr vielseitig“, sagt Karlisch, die sich inzwischen ein umfassendes Fachwissen angeeignet hat. In einem Team von 13 Mitarbeitern in der Qualitätssicherung wacht Karlisch unter anderem über die Untersuchung von Mehrwegflaschen. Schließlich müssen die vor dem Waschen auf Verschmutzungen, Fremdgerüche oder Fremdmaterialien geprüft werden. Neue und wiederverwendete Mehrwegflaschen werden nach dem Waschen auf verbliebenen Schmutz, Restflüssigkeit, Spannungsrisse, Löcher, Kratzer, gebrochene Tragringe, Einschlüsse oder abweichende Form überprüft. Ein richtiger Flaschen-Tüv sozusagen.

Gisela Karlisch (58) wacht über die Qualität beim Abfüller in Mölln.

Nicht alles geschieht maschinell: Mit einer Schablone prüft die Mitarbeiterin, ob sich beispielsweise das Etikett einer Mehrwegflasche exakt an der richtigen Stelle befindet. „Die Etiketten müssen millimetergenau ausgerichtet sein“, erklärt Karlisch, die aber noch andere Stichproben durchführt. So prüft die Fachkraft, ob die Flasche keine zu großen Abnutzungen hat, etwa zerkratzt ist oder ob sich der Schraubverschluss zu leicht oder zu schwer öffnen und schließen lässt. Einmal pro Stunde geht Gisela Karlisch an das lange Band, das ständig Flaschen nachtransportiert. „Das ist die Abfülllinie“, erklärt Lucia Hinsching (39), Lebensmitteltechnologin. Sie leitet den Bereich der Qualitätssicherung, der auch über ein Labor verfügt. „Hier gelten strengste Kriterien“, sagt Hinsching.

Etwa 2500 technische und mikrobiologische Untersuchungen werden täglich am Standort Mölln durchgeführt. Alle Arbeitsschritte zu nennen, die nötig sind, damit am Ende einer Abfüllung eine erfrischende Coke den Möllner Standort mit der roten Lkw-Flotte verlässt, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Soviel sei genannt: Bei der Wareneingangskontrolle aller Zutaten erfolgt eine Geruchs- und Geschmacksprüfung, eine optische sowie chemisch-technische und mikrobiologische Prüfung aller Zutaten wie Zucker, Wasser und Kohlensäure. Konzentratverpackungen werden auf ihre Unversehrtheit untersucht. Schraubverschlüsse und Neuflaschen werden bei jeder Anlieferung überprüft, um Materialfehler, Verschmutzungen, Risse oder Farbabweichungen auszuschließen. Bei den täglichen Verkostungen ermitteln speziell geschulte Mitarbeiter etwaige Geschmacksabweichungen. „Erst nach der Verkostung erfolgt die Freigabe einer produzierten Charge“, sagt Hinsching.

Über 60 Jahre Coca-Cola in Mölln

Am 10. Januar 1957 wurden in Mölln die ersten Coca-Cola-Flaschen, damals waren es 0,2-Liter-Glasflaschen, abgefüllt. 1954 als Getränke GmbH (später Möllner Getränke GmbH) gegründet, erfolgte 1958 der Eintrag ins Handelsregister. Heute arbeiten am Standort der Coca-Cola European Partners Deutschland GmbH 207 Mitarbeiter, darunter sechs Auszubildende, im Beruf der Fachkraft für Lebensmitteltechnik. 2017 wurden hier 174,9 Millionen Liter Getränke produziert. Die Abfüllung von 1-Liter-PET- Mehrwegflaschen erfolgt auf zwei Produktionsanlagen. Neben Coca-Cola werden hier auch Marken wie Fanta oder Sprite abgefüllt.

Rüdiger Jacob