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Wirtschaft im Norden Bauarbeiten am Berliner Tor: Züge nach Hamburg fallen aus
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Bauarbeiten am Berliner Tor: Züge nach Hamburg fallen aus
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21:34 13.10.2015
Bahnkunden — hier im Lübecker Hauptbahnhof — müssen mit Einschränkungen leben. Quelle: Felix König
Lübeck

Schlechte Nachrichten für Bahnfahrer zwischen Lübeck und Hamburg: Im neuen Fahrplan der Deutschen Bahn, der am 13. Dezember erscheint, sind viele Verbindungen gestrichen oder eingeschränkt. Grund dafür ist eine Großbaustelle am Berliner Tor kurz vor dem Hamburger Hauptbahnhof. Dort werden zwei Eisenbahnüberführungen erneuert. 90 Millionen Euro investiert die Deutsche Bahn. Während der Arbeiten ist im Baustellenbereich nur ein Gleis befahrbar. Das wirkt sich bis Ende 2017 vor allem auf den Zugverkehr zwischen Hamburg und Lübeck aus.

Gestrichen sind die morgens und nachmittags fahrenden Sprinterzüge, die Lübeck und Hamburg ohne Stopp verbinden. Nach Angaben des Nahverkehrsverbundes Schleswig-Holstein (Nah.sh) entfallen mit den Sprinterzügen auch die Weiterfahrten über Plön und Eutin nach Kiel. Zwischen Kiel und Lübeck verkehren dafür Regionalbahnen. Für Reisende aus den Kreisen Plön und Ostholstein bedeutet das einen Umstieg in Lübeck.

Doch damit nicht genug: Während der Hauptverkehrszeiten entfällt die Hälfte der Regionalbahnen auf der Linie RB 81 zwischen Hamburg, Ahrensburg, Bargteheide und Bad Oldesloe, teilt die Bahn mit. Wie gewohnt verkehren hingegen die Regionalexpress-Züge zwischen Lübeck und Hamburg über Bad Oldesloe und Reinfeld. Auch auf der Strecke HamburgBüchen kommt es zu Veränderungen. Laut Nah.sh werden am Wochenende Verbindungen nach Friedrichsruh eingeschränkt.

„Aus unserer Sicht sind diese Einschränkungen natürlich nicht erfreulich“, sagt Stefan Barkleit, Vorsitzender des Pro-Bahn-Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg. „Wir haben aber natürlich ein Interesse daran, dass die Bahn ihre Strecken in Ordnung hält.“ Der Verband gehe allerdings davon aus, dass die Zahl der Wagen erhöht werden wird. „Sofern das möglich ist, sollten wenigstens in der Hauptverkehrszeit mehr Waggons auf den betroffenen Strecken fahren.“

Die Einschränkungen hätten geringer gehalten werden können, kritisiert Jochen Schulz von Nah.sh. „Wir haben schon vor einiger Zeit vorgeschlagen, dass die Haltestelle Hasselbrook zu einem Bahnhof ertüchtigt werden sollte“, sagt der Experte für Infrastruktur. Züge aus Lübeck könnten ihn als Alternative zum Hamburger Hauptbahnhof anfahren. Mit der S-Bahn könnten Pendler weiterfahren. „Auch auf lange Sicht wäre das eine sinnvolle Investition gewesen.“

• Weitere Informationen gibt es im Internet unter http://bauprojekte.deutschebahn.com

Busfahrer stimmen über unbefristete Streiks ab
Buskunden könnten bald vergeblich auf ihre Verbindungen warten. Die privaten Busfahrer stimmen bis morgen über einen unbefristeten Streik ab. Grund sind die gescheiterten Tarifverhandlungen im privaten Omnibusgewerbe. Das Angebot eines Schlichtungsverfahrens von Autokraft-Geschäftsführer Frank Priewe hat Ver.di gestern abgelehnt. „Bei dem Verhalten der Arbeitgeber ist zu vermuten, dass sie von Anfang an ein Schlichtungsverfahren im Kopf hatten und deshalb erst gar keine verhandlungsfähigen Angebote unterbreitet haben“, sagte Ver.di-Sprecher Frank Schischefsky. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von 250 Euro im Monat. Die Arbeitgeber haben laut Geschäftsführer Priewe drei Angebote gemacht, zuletzt in Höhe von 150 Euro bei einer Laufzeit von 30 Monaten.
Dienstag wird das Ergebnis der Abstimmung bekanntgegeben, erklärte Ver.di-Fachbereichsleiter Gerhard Mette. Ab dann sei der unbefristete Arbeitskampf sofort möglich. Auch der Ausstieg aus dem Tarifvertrag sei im Gespräch. Der Lübecker Stadtverkehr ist von dem Arbeitskampf nicht betroffen. ar

Kim Meyer