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Wirtschaft im Norden Die Werkstatt ist das Herz des Ladens
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19:15 24.05.2019
Eric Zander repariert mit seinen Kollegen in der Werkstatt vom MTB-Market täglich bis zu 25 Fahrräder. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Die Kette ist locker. Jamina Müller (34) schiebt das weiß-rote Fahrrad zum Annahmeschalter der Werkstatt im Lübecker MTB-Market. Mitarbeiter Dirk Wilke (46) wirft einen Blick darauf. „Keine große Sache“, urteilt er. „Das kriegen wir hin.“

Heute bringen, morgen abholen

Jamina Müller hat Glück, die kleine Reparatur wird sofort ausgeführt, so kann sie das Rad gleich wieder mitnehmen. „Jetzt ist noch keine Stoßzeit“, begründet Werkstattleiter Eric Zander (38) mit einem Blick auf die Uhr. Erst 13 Uhr. „Eng wird es ab 16 Uhr“, weiß der Zweiradmechaniker aus Erfahrung. „Dann stehen die Leute hier manchmal Schlange.“ Bis zu 80 Kunden täglich werden betreut. Manche wollen nur ein Ersatzteil, andere einen Reparatur-Tipp. „Wir schaffen 20 oder 25 Reparaturen am Tag “, sagt Zander. Deshalb werden Reparaturen normalerweise nur nach Anmeldung und mit Termin ausgeführt. Dafür könne der Kunde sein Rad dann auch am nächsten Abend abholen. „Das ist unser Anspruch.“ Mit bis zu fünf Kollegen arbeitet Zander täglich von zehn Uhr am Vormittag bis 19 Uhr am Abend. Nur samstags schließt die Werkstatt schon um 16 Uhr.

Messe „E-Bike & Emobilität“

Am Sonntag von 10 bis 17 Uhr laden die LN zu ihrer Messe „E-Bike & Emobilität“ auf dem Verlagsgelände ein. Der Eintritt ist frei. Zu sehen gibt es 300 Pedelecs und E-Fahrräder sowie Zubehör, dazu außerdem erstmals auch E-Autos. die Polizei informiert zum Thema Sicherheit. Ein Lounge-Bereich, Speisen und Getränke stehen zur Verfügung. Durch das Programm führt Radio-Moderatorin Birte Steuer von NDR 1 Welle Nord. Zu gewinnen gibt es auch etwas: Ein Pedelec „Vitality Nina Bott Signature Edition“ der Firma Kreidler im Wert von 2699 Euro.

Dabei sind die Ansprüche an die Monteure zum Teil sehr hoch. Nicht nur der klassische Plattfuß, auch der defekte Elektromotor eines modernen Pedelecs gehören zum Handwerk: „Das müssen wir alles können“, meint Zander. Für die neuen E-Bikes, die derzeit 35 Prozent der Reparaturen ausmachen, wurde eigens der neue Beruf eines Zweirad-Mechatronikers geschaffen. „Dafür ist jeder Arbeitsplatz in der Werkstatt heute auch mit einem Computer ausgestattet“, erklärt der Mechaniker. „Das ermöglicht es uns, Fehler auszulesen und eine Diagnose zu erstellen. Ähnlich wie in einer Autowerkstatt.“ Denn Akku, Motor und Display eines E-Fahrrades kommunizieren ständig miteinander. „Am Display können wir unser Prüfgerät anschließen und sehen dann gleich, wo es hakt.“

Fakt ist: Bundesweit ist die Zahl der Ausbildungsverträge in den letzten Jahren in Folge deutlich gestiegen, das belegen zahlen des Bundesinnungsverbandes Zweirad-Handwerk. Auch im Norden ist der neue Beruf beliebt, wie Andrea Scheffler von der Handwerkskammer Lübeck bestätigt. Gab es 2014 im Kammerbezirk noch sieben Zweirad-Mechatroniker-Azubis, waren es zuletzt jährlich doppelt so viele.

Licht und Bremsen müssen funktionieren

Weil Pedelecs aufgrund der eingebauten Technik einige Kilo schwerer sind als normale Räder, benötigen die MTB-Mitarbeiter Lastkräne, die die motorisierten Zweiräder anheben und eine individuell-optimale Arbeitsposition ermöglichen. „Jeder hat bei uns auch seine eigene Werkbank und sein eigenes Werkzeug“, sagt Zander.

Überwiegend seien es Probleme mit dem Licht oder den Bremsen, die die Monteure beschäftigen, erklärt Geschäftsführerin Klio Paarmann-Sülberg (32). Komme jemand mit einem solchen Defekt, sei man bemüht, ihm sofort zu helfen. Schließlich gehe es um die Sicherheit. „Da schicken wir niemand weg und lassen ihn mit kaputtem Rad vom Hof fahren.“

Gerade ist Kundin Brigitte Rogge (56) gekommen, um drei Fahrräder abzuholen. Ein Mountainbike und zwei Rennräder – das ihres Mannes und ihr eigenes. „Ich wollte mein Rad mal durchchecken lassen, weil ich in Schweden an einem Radrennen teilnehme. Da muss alles tiptop sein." Am Mountainbike war die 27-Gang-Schaltung nicht in Ordnung. „Jetzt funktioniert alles wieder“, sagt Eric Zander und hilft der Hobby-Radsportlerin, die Zweiräder in ihren Kleinbus zu verladen.

E-Scooter zum Ausprobieren

Die Werkstatt ist das Herz des Ladens, dessen Angebot vom Kinderfahrrad bis zum Pedelec reicht. Letztere seien immer gefragter, hat Klio Paarmann-Sülberg festgestellt. „In fünf bis zehn Jahren werden wohl 50 Prozent der Räder Elektro-Räder sein.“ Auch nach E-Scootern werde schon jetzt gefragt. Die Geschäftsführerin will sie möglichst bald im Programm haben.

Auf der Messe „eBike & eMobiliät“, die am Sonntag von 10 bis 17 Uhr auf dem Verlagsgelände der Lübecker Nachrichten im Herrenholz 10-12 stattfindet, wird der MTB-Market sein Angebot präsentieren, auch Probefahrten sind möglich. „Wir haben sogar einen E-Tretroller da“, kündigt Paarmann-Sülberg an. „Den kann man dann mal ausprobieren.“

Marcus Stöcklin

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