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Wirtschaft im Norden So kommen Firmen durch die Flaute
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07:00 09.09.2019
Das Schild einer Commerzbank-Filiale nahe der Zentrale in Frankfurt am Main. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
Lübeck

128 Unternehmen aus Hamburg und Schleswig-Holstein hatte das Forsa-Institut im Auftrag der Commerzbank befragt. Titel der Studie: „Wie sicher sind die Märkte? Risiken managen im internationalen Geschäft“. Eine der Überraschungen: Bei der Bewertung der beliebtesten Handelspartner liegt China gleich hinter Frankreich und weit vor den USA und Großbritannien, das nur auf dem drittletzten Platz landet.

„Bilanzen wetterfest machen“

Klar wird aus der Studie auch: Die meisten Unternehmen reagieren schon jetzt auch auf die unsicherer werdenden Rahmenbedingungen, die vor allem von Faktoren wie dem Brexit und dem Handelskrieg zwischen den USA und China bestimmt werden. „Jetzt ist die Zeit, sich um langfristige Finanzierungssicherheit zu kümmern und die Bilanzen wetterfest zu machen“, sagt Joerg Meinz (47), der Leiter der Mittelstandsbank der Commerzbank in Schleswig-Holstein. Positiv sei, dass die Wirtschaft in sehr guter Verfassung sei. „Viele haben in den vergangenen Jahren ihre Eigenkapitalquote deutlich verbessert.“

Joerg Meinz (47) leitet seit 2018 die Mittelstandsbank der Commerzbank in Schleswig-Holstein Quelle: Christian Risch

Export als Wachstumschance

Aktuell betreiben 47 Prozent der Unternehmen in Schleswig-Holstein und Hamburg Geschäfte im Ausland – das sind fünf Prozentpunkte weniger als im Bundesdurchschnitt. Das liegt daran, dass die Wirtschaft vor allem in Schleswig-Holstein eher von Handel und Dienstleistungen geprägt ist als in anderen Ländern, wo mehr produziert wird. Aber 13 Prozent der Firmen im Norden sagen, dass Internationalisierung für sie in Frage kommt. „Das ist ein Wachstumsmarkt, und das kann auch ein Weg aus der Krise sein. Die Unternehmen hier vor Ort sollten ihre Chancen auf den Weltmärkten nutzen“, sagt Meinz. „Wir sehen uns als Bank aufgefordert, den Mittelstand dabei zu unterstützen, beherrschbare Risiken beim Gang ins Ausland abzusichern.“ Wichtig, so Meinz, sei auch, Kursrisiken abzusichern. „Die Gefahr, dass die Volatilität der Währungen steigt, ist gegeben.“

Sorgen wegen des Brexit

53 Prozent der Unternehmen verkaufen ihre Produkte und Dienstleistungen nur in Deutschland, auch das sind fünf Prozentpunkte mehr als der Bundesschnitt. 43 Prozent exportieren in den Euroraum, 30 Prozent nach Großbritannien, 29 Prozent in die Schweiz, 23 Prozent in die USA. 65 Prozent der Unternehmen erwarten in den kommenden ein bis zwei Jahren eine konjunkturelle Eintrübung, 62 Prozent eine geringere Planungssicherheit. 37 Prozent befürchten auch Einbrüche bei der Nachfrage im Inland. Ursachen dafür sehen die meisten in wachsenden globalen Handelskonflikten und vor allem dem Austritt Großbritannien aus der Europäischen Union. 82 Prozent der Unternehmen mit Standort in Großbritannien und 60 Prozent der Unternehmen, die nach dort exportieren, fürchten negative Auswirkungen des Brexits.

Einheitliche Haltung gegenüber USA

Von der Politik wünschen sich fast alle Firmen im Norden (92 Prozent) eine einheitliche europäische Haltung im Wirtschaftsstreit mit den USA, 85 Prozent nennen als Wunsch gute Wirtschaftsbeziehungen zu Großbritannien auch nach dem Brexit. Wichtigster Handelspartner war 2018 wie in den Vorjahren Dänemark, dorthin wurden 8,5 Prozent aller Exporte geliefert, berichtet das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein. Außerhalb Europas gehörten die USA (7,2 Prozent aller Exporte), China (4,7) und Südkorea (1,1) zu den größten Abnehmern.

Starker Hamburger Rand

Joerg Meinz und sein Team von 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kümmern sich um Unternehmen in Schleswig-Holstein mit mehr als 15 Millionen Euro Jahresumsatz. „Wir sind der größte Finanzierer des Mittelstandes in Schleswig-Holstein, etwa 90 Prozent der Unternehmen haben Verbindungen zu uns“, sagt Meinz. Standorte der Mittelstandsbank sind neben Lübeck, Kiel und Flensburg auch Ahrensburg und Norderstedt, weil im Hamburger Rand das meiste Geschäft gemacht werde.

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Von Christian Risch

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