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Wirtschaft im Norden Der Feuerwehrmann auf dem Klinikgelände
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17:08 23.12.2018
Sven Klempau prüft den Druck einer Sauerstoffflasche. Quelle: Rüdiger Jacob
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Lübeck

 Schon seine Tagesdienstkleidung lässt auf eine besondere Tätigkeit schließen. Sven Klempau trägt eine Feuerwehruniform. Seine Einsatzkleidung, also der Schutzanzug, der Helm und die Stiefel, hat er schnell griffbereit. Klempau, studierter Maschinenbauingenieur, ist Chef der Betriebsfeuerwehr des UKSH, Campus Lübeck. Der 46-Jährige, der den erfolgreichen Einstieg in den gehobenen, feuerwehrtechnischen Dienst der Feuerwehr mit der Ausbildung zum Einsatzleiter hinter sich hat, ist seit 19 Jahren Leiter der Betriebswehr.

Klempau ist stellvertretender Stabsstellenleiter des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Und kümmert sich auch um die Gesundheit der Beschäftigten. Dazu gehören unter anderem der Arbeits- und Brandschutz, der Katastrophenschutz, die Einsatzplanung, Gesundheitsmanagement- und Förderung, Strahlenschutz und vieles mehr. Im Fokus der Aufgaben Klempaus steht der Brand- und Katastrophenschutz sowie die Alarm- und Einsatzorganisation.

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Klempau ist auch für Fluchtwege zuständig

Auch alle Baumaßnahmen laufen über den Tisch des Mitarbeiters, der die Flucht- und Rettungswege zu prüfen hat. Kein Job zum Ausruhen. „Aber das macht gerade den Reiz aus“, sagt Klempau, dessen 45-köpfige Betriebsfeuerwehrtruppe immerhin eine Zeitvorgabe von fünf Minuten vom Alarm bis zum Eintreffen am Einsatzort erfülle. Vom blinden Alarm über Ölverschmutzungen, Brände, bis hin zu Tierrettungen ist die Betriebswehr für so gut wie alles zuständig – 250 bis 300 Einsätze fahre die Wehr pro Jahr. „Das sind glücklicherweise nicht alles Brände“, sagt Klempau. Die Truppe rekrutiert sich aus Mitarbeitern des UKSH-Krankentransportes einer Servicegesellschaft. Läuft ein Notruf auf, werden diese Kräfte per Pieper informiert und können sofort eingreifen. Das UKSH verfüge über eine der größten Brandmeldeanlagen in Schleswig-Holstein.

40 Stunden Schulung sind Pflicht

Klempau organisiert auch die Jahresschulungen. 40 Stunden im Jahr sind Pflicht. „Genau wie bei der Berufsfeuerwehr“, sagt der Retter, der „sehr eng“ mit der Lübecker Berufsfeuerwehr zusammenarbeite. Abgestimmt werde sich unter anderem in der Ausstattung oder Einsatztaktik. Kleine Schadenslagen übernehme die Betriebswehr, ansonsten sei die Berufsfeuerwehr im Brandfall immer dabei.

Sven Klempau kennt den Campus wie seine Westentasche. Immerhin gleicht es fast einer Kleinstadt. Und hier ist der Feuerwehrmann auch schnell an einem der Feuerwehrwagen, die auf dem Campus stationiert sind. Hier prüft Klempau unter anderem die technische Ausstattung, hat ein Auge auf den Druck der Sauerstoffflaschen und die gesamte Technik des Gerätewagens. Und hier legt der Chef der Betriebswehr auch selbst Hand an. „Es ist das Leben eines Feuerwehrmannes, das Helfen können. Mir liegen die Gesundheit der Patienten und der Besucher und natürlich der vielen Kollegen am Herzen“, sagt Klempau, der auch Sachverständiger für den Bereich des vorbeugenden Brandschutzes ist. Ein Hobby gibt es natürlich auch: „Die Feuerwehr“, sagt der Mann augenzwinkernd. Denn so ganz nebenbei hat er auch das Amt des Stadtwehrführers inne...

Rüdiger Jacob