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Wirtschaft im Norden Ein Schwabe hegt den Lübecker Rotspon
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12:00 31.03.2019
Von Melle-Geschäftsführer Manuel Mack prüft die Eigenschaften des Lübecker Rotspons. Quelle: Rüdiger Jacob
Lübeck

Ein Mann aus dem Schwabenländle wacht über die Qualität des Lübecker Rotspons. Wie geht denn das zusammen? Nun, es war schlicht „die Liebe zum Wein“, die Manuel Mack aus dem Trollinger-Land in den hohen Norden verschlagen habe. Immerhin lebt er jetzt seit 20 Jahren in der Hansestadt. Und der traditionelle Lübecker Rotspon, mit dem Gäste aus aller Welt – Politiker, Künstler, verschiedene Hoheiten und andere – im Rathaus der Stadt begrüßt werden, kommt ja auch nicht aus Lübeck.

Lübeck, einst Weinhandelsstadt Deutschlands

Hier wird er nur gelagert und abgefüllt. Denn die Rebsorten wachsen in Frankreich. Rotspon, so Mack, sei ein gesetzlich geschützter Begriff. „Und deswegen ist es auch nicht irgendein Rotwein“, sagt der Experte. „Es muss immer ein französischer Roter sein“, erklärt der Geschäftsführer der traditionsreichen Weinhandlung H.F. von Melle GmbH – im Jahre 1853 entstanden.

„Der Rotspon ist ein wichtiger Teil des Lübecker Weinhandels“, sagt Mack. „Lübeck war einmal die wichtigste Weinhandelsstadt Deutschlands“, weiß der Oenologe (Weinbaufachmann). „Zur Blütezeit gab es 40 Weinhandlungen auf der Altstadtinsel“, so Mack. Und weil viele der Häuser unterkellert sind, habe es „Unmengen an gelagertem Rotwein“ gegeben. Vom einfachen Landwein bis hin zu einem hochwertigen Saint-Emilion reiche die Qualitätsspanne, sagt der Fachmann.

Weinhaus mit langer Tradition

1853 gründete Hermann Friedrich von Melle, der einer der ältesten Lübecker Familien entstammte, das Unternehmen, das in drei Generationen ein Familienunternehmen blieb, und heute zehn Mitarbeiter beschäftigt. Die von Melles gehörten zu den alten Lübecker Familien. Schon 1392 lebte ein Werner von Melle in Lübeck. Der markanteste unter ihnen war Jacob von Melle (1659-1743), Hauptpastor und Senior an St. Marien.

Traditionell sei der klassische Rotspon immer ein Bordeaux, weil die ersten importierten Rotweine aus dieser berühmten Anbauregion gekommen seien. „Einst haben die Hansekoggen Weinfässer als Beifracht in der französischen Hafenstadt verladen.“ Später habe es auch Weinlieferungen aus Südfrankreich gegeben.

Sensorische und analytische Prüfung

Die Statuten sind auch heute noch streng: „Wir suchen unsere Rotsponqualitäten und die Fässer selbst vor Ort in Frankreich aus und legen die Assemblage (Zusammensetzung der einzelnen Rebsorten im fertigen Wein) nach höchsten Qualitätskriterien fest“, versichert Mack. „Aufgrund der langjährigen und vielfältigen Handelsbeziehungen zu Winzern in Frankreich kaufen wir die losen Weine auch nur in besonders guten Jahrgängen“, sagt der 46-jährige Weinbau-Diplomingenieur.

Und das heißt: Der Wein, der entweder per speziellem Tanklastzug oder in Fässern nach Lübeck kommt, wird sorgfältig sensorisch und analytisch von Manuel Mack begutachtet, und es wird dadurch nichts dem Zufall überlassen. „Dadurch trägt der Lübecker Rotspon seine eigene Handschrift“, verrät der Weinbauexperte.

Rüdiger Jacob

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