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Wirtschaft im Norden Apothekerin macht Maßarbeit mit dem Peleusball
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Apothekerin macht Maßarbeit mit dem Peleusball
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12:00 02.06.2019
Iris Stein pipettiert mit dem Peleusball eine der Substanzen für ein Medikament. Quelle: Rüdiger Jacob
Bad Schwartau

 Was hat denn ein Tresor in einer Apotheke zu suchen? Iris Stein weiß es: „Hier werden starke Arzneimittel, etwa Betäubungsmittel, sicher aufbewahrt“, sagt die Apothekerin, die die kleine Apotheke am Bad Schwartauer Markt leitet. Seit 20 Jahren arbeitet die 48-Jährige in ihrem Beruf.

Pipettieren mit dem Peleusball

In einem fünfköpfigen Team, das aus Pharmazeutisch technischen Assistenten, Pharmazeutisch kaufmännischen Angestellten und Boten besteht, arbeitet Stein in unterschiedlichen Räumen der Apotheke. Iris Stein prüft beispielsweise arzneiliche Wirkstoffe, die für bestimmte Rezepturen verarbeitet werden. Cremes oder Salben, oder Flüssigkeiten.

Denn die an die Apotheke gelieferten Arzneistoffe müssen zunächst auf ihre Identität und die Reinheit geprüft werden. „Es ist wichtig, dass genau das drin ist, was drauf steht“, erklärt die Apothekerin den Arbeitsschritt. Deshalb gibt es in der Apotheke auch ein Labor mit vielen unterschiedlichen Utensilien. Um es auf einen einfachen Nenner zu bringen: „Alles, was hier angemischt wird, muss auf seine Inhaltsstoffe genauestens überprüft werden“, sagt Stein, die sich verschiedener Pipettierhilfen bedient. Darunter ist ein sogenannter Peleusball, mit dem sie eine Flüssigkeit ansaugt, um sie in ein Reagenzglas zu füllen. Diese Arbeit erledigt die Apothekerin vor einem Schrank mit sehr vielen kleinen Fläschchen – eine fast nicht endende Menge an Arzneistoffen.

Alles wird dokumentiert

Aber Iris Stein verbringt den Arbeitstag nicht nur im Labor. Sie nimmt Rezepte von Kunden entgegen, gibt Fertigarzneimittel heraus, wird auch beratend tätig. „Etwa, wenn ein Patient ein neues oder ein zusätzliches Medikament verordnet bekommen hat“, sagt Stein.

Zudem gibt die Apothekerin die frei verkäuflichen Arznei- und Körperpflegemittel heraus. Bei kleineren Wehwehchen, die noch keinen Arztbesuch erfordern, steht Stein dann mit ihrem Rat zur Verfügung.

Auch wenn es viele Fertigprodukte gibt, steht das Anmischen im Labor immer noch an der Tagesordnung in der kleinen Apotheke. Und es gibt noch eine andere Art von Arbeit, die nicht zu unterschätzen ist: „Wir sind verpflichtet, so gut wie alles genauestens zu dokumentieren“, sagt Stein. Ob es Dinge sind, die im Kühlschrank aufbewahrt werden, starke Schmerzmittel oder explosive Sachen in einem Spezialschrank.

Dass der klassische Beruf des Apothekers einmal aussterben könnte, das mag und kann sich Iris Stein nicht ausmalen. „Der Kontakt zu den Kunden macht mir sehr viel Freude. Und der persönliche Kontakt ist nicht zu ersetzen“, so die Apothekerin, die schon als Kind die Liebe zur Naturwissenschaft entdeckt hatte.

Gesetz von 1231

Apotheker arbeiten in Apotheken, aber auch im Krankenhaus, in der Industrie, der Forschung und Verwaltung. Voraussetzung für die Approbation ist ein Abschluss des Pharmaziestudiums. Im Jahre 1231 wurde von Kaiser Friedrich II. ein Gesetz initiiert, dass das Medizinalwesen betraf. Danach wird der Arztberuf von dem des Apothekers abgegrenzt. Ärzte dürfen fortan keine Apotheke haben oder daran beteiligt sein. Das „Liber Augustalis“ genannte Gesetz, das ausschließlich im Königreich Sizilien gültig war, beeinflusste Rechtsverordnungen auch nördlich der Alpen und wurde Vorbild der Apothekengesetzgebung in ganz Europa.

Rüdiger Jacob

Die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) ist die Förderbank des Landes. Als Zuschussgeber für den Wohnungsbau, Existenzgründungen oder Weiterbildung spielt sie eine wichtige Rolle in der Wirtschaft des Bundeslandes.

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