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Wirtschaft im Norden Der Lübecker Pepsinwein-Macher
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12:00 24.03.2019
Rik Blücher-Schering, Geschäftsführer des gleichnamigen Lübecker Unternehmens, prüft den Füllgrad der Flasche. Quelle: Rüdiger Jacob
Lübeck

Es ist ein Unternehmen, das einst aus einer Berliner Apotheke hervorgegangen ist. In Lübeck wird der Pepsinwein kreiert und in Flaschen abgefüllt. Was macht das in Apotheken freiverkäufliche Arzneimittel, dem gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden, so speziell? Klar, die genaue Rezeptur verrät Geschäftsführer Rik Blücher-Schering natürlich nicht. Nur so viel gibt er preis: „Bestandteile sind ein spanischer Likörwein und das Verdauungsenzym Pepsin, ein Stoff, der in den Hauptzellen des Magenfundus des Menschen gebildet wird und für den Abbau von mit der Nahrung aufgenommenen Proteinen zuständig ist.“

9000 Flaschen Pepsinwein pro Tag

In dem zehnköpfigen Lübecker Team schlüpft auch er gelegentlich in einen weißen Schutzanzug und setzt sich eine grüne Kopfbedeckung auf. Dann sieht der Inhaber fast wie ein Chirurg aus. An der großen Abfüllanlage, im Fachjargon heißt sie Vakuumabfüller, kontrolliert Blücher-Schering unter anderem, ob der Füllstand der Flüssigkeit stimmt. Es sind Prozesskontrollen, die vorgeschrieben sind. Flasche für Flasche wandert zur nächsten Station, wird kartoniert und zum Kunden gebracht. Die Tagesleistung der Abfüllanlage umfasst 9000 Flaschen. Zuvor werden die dunklen Glasflaschen noch von Hand aufgestellt. Seit 1967 wird der hauseigene Pepsinwein schon in Lübeck abgefüllt, weil Apotheke und Fabrik nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört in Ost-Berlin zurückblieben.

Es herrschen Reinraumbedingungen

In der großen Abfüllhalle herrschen Reinraumbedingungen, „wir befinden uns im Sterilbereich“, erklärt der 50-jährige Firmeninhaber, der die Geschicke des Unternehmens seit 20 Jahren lenkt. Pepsinwein zählt bis heute zum Standardsortiment in deutschen Apotheken. Selbst in großen Kliniken ist er zu finden, weiß der Firmenchef. Produziert werden in Lübeck in der kleinen pharmazeutischen Fabrik außerdem Tonikum, Gallseife und die Dermalid genannte, spezielle Schwefelseife, ein Antischuppen-Shampoo.

Mit einer Apotheke fing es an

1851 kauft Ernst Schering eine Apotheke in Berlin und nennt sie „Grüne Apotheke“. Daneben erweitert er die industrielle Herstellung pharmazeutischer Chemikalien. Wenige Jahre später entstehen die ersten Gebäude der weltweit bekannten Schering AG. Die „Grüne Apotheke“ bleibt schließlich im Familienbesitz.

Rüdiger Jacob

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