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Wirtschaft im Norden Digitalisierung wird auch die Schifffahrt stark verändern
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Digitalisierung wird auch die Schifffahrt stark verändern
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21:10 27.03.2018
Der Elbdeich bei Brokdorf, ein großes Containerschiff fährt vorbei. Laut einer Studie verändert sich die Schifffahrt rasant. Quelle: Fotos: Marcus Brandt/dpa, Ln
Hamburg

„Die alte Regel, dass der Welthandel doppelt so schnell wächst wie die Wirtschaftsleistung, stimmt nicht mehr“, sagte HWWI-Direktor Henning Vöpel gestern bei der Präsentation der Studie in Hamburg.

Künftig werde der Welthandel nicht schneller wachsen als die Wirtschaft insgesamt. Die Globalisierung, die weltweite Verflechtung der Wirtschaft, sei wohl nahe an ihrem Maximum.

„Die Schifffahrt wird durch eine viel stärkere Integration der einzelnen Geschäftsmodelle hin zu übergeordneten Logistikplattformen gekennzeichnet sein“, sagt Dr. Jörn Quitzau, Volkswirt bei der Berenberg Bank. Die Studie hat mehrere Trends ausgemacht, die künftig die Weltwirtschaft verändern: Alternden Industrienationen wie Deutschland stehen junge und wachsende Bevölkerungen in Afrika und Asien gegenüber. Bis 2030 wird die Weltbevölkerung nochmals um eine Milliarde auf 8,6 Milliarden Menschen wachsen. Doch die jungen Konsumenten in diesen Ländern werden eine Stufe überspringen und viele Produkte gleich in digitaler Form nachfragen – und damit brauchen sie weniger Schiffstransport. „Die regionalen Handelsmuster verschieben sich“, erklärte Vöpel.

Ähnlich wirkt auch der 3-D-Druck, der die Warenströme beeinflussen könnte. Wenn die Produktion der Industrie wieder dezentraler wird und auch kleinere Fabriken ähnlich produktiv arbeiten wie größere Einheiten, dann wird nach Vöpels Analyse der Anteil der Transporte von Fertigwaren in Containern abnehmen und von Rohstoffen in Massengutfrachtern zunehmen. Solche Veränderungen treffen auf eine Branche wie die Schifffahrt, die auch nach mehr als neun Jahren Krise immer noch unter Überkapazitäten leidet. Der Konsolidierungsdruck halte daher an. Zu veränderten Rahmenbedingungen, zu denen auch zunehmende Handelsschranken gehören könnten, kommt die Digitalisierung. „Daten massenhaft aufzubereiten und intelligent zu verknüpfen, erlaubt eine völlig neue Qualität der Kommunikation und Vernetzung“, sagte Vöpel. Nach der Studie werde die Logistik künftig zwischen Anbietern und Nachfragern über spezielle Plattformen abgewickelt, in die die Schifffahrt integriert sei. Betreiber könnten Handelsunternehmen wie Amazon werden oder Technologiekonzerne. Es sei aber noch keineswegs ausgemacht, dass solche US-Konzerne auch dieses Geschäftsfeld dominieren würden. Eine enorme Chance für die Schifffahrt liege in der Vernetzung von Schiffen und Häfen. Das erfordere auf beiden Seiten eine „Nachrüstung von leistungsfähiger digitaler Infrastruktur und betrifft die Versorgung mit Glasfaserkabeln und dem Mobilfunkstandard G5 sowie die flächendeckende Nutzung von Sensoren und Satelliten“, so die Autoren der Studie.

Insgesamt bietet die erhöhte Konnektivität perspektivisch die Möglichkeit einer unbemannten Schifffahrt. Die sich hieraus ergebenden ökonomischen Vorteile dürften jedoch im Vergleich zu den optimierten Logistikketten, schnelleren Routen und transparenteren Informationen eher gering sein.

„Der Container bleibt zentrales Element des weltweiten Güterhandels“, sagt Vöpel.

Wissenstransfer in die Praxis

Das Hamburgische WeltwirtschaftsInstitut (HWWI) ist ein privat finanziertes wirtschaftswissenschaftliches Forschungsinstitut. Es ist nach eigenen Angaben „unabhängig und den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft verpflichtet“. Grundlagenforschung, praxisorientierte Forschung für Politik und Unternehmen sowie die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses seien die Fundamente. Man wolle einen Beitrag für eine freiheitliche, fortschrittliche und offene Gesellschaft leisten. Im Zentrum der Arbeit stehe der Transfer aus Wissenschaft und Forschung in die Praxis und Handlungsempfehlungen.

LN

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