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Wirtschaft im Norden „DuoCast“ – eine Weltneuheit made in Lübeck
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden „DuoCast“ – eine Weltneuheit made in Lübeck
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17:00 02.06.2019
Andre Dylong (r.), Geschäftsführer, und Hannes Birkenhagen, Konstrukteur und Projektleiter, hinter der neuen Druckgießmaschine „DuoCast 900“. Quelle: 54° / Felix König
Lübeck

9,30 Meter lang, 3,80 Meter breit, 6 Meter hoch und knapp 50 Tonnen schwer: Die „DuoCast 900“ braucht reichlich Platz in der großen Halle der Firma Druckguss Service Deutschland (DSD) im Gewerbegebiet an der Wesloer Straße. Die beiden Elektroingenieure Murat Avci (28) und Timo Hadenfeldt (27) sitzen am Computer und testen die Funktionen der großen Maschine, die später spezielle Aluminiumteile vor allem für die Autoindustrie herstellt. Immer wieder proben sie, wie die beiden Schließteile der Maschine zusammen- und dann wieder auseinanderfahren. Alles muss perfekt laufen.

Fachmesse in Düsseldorf

Wenn die Tests abgeschlossen sind, müssen die großen Baustahl-Teile der „DuoCast 900“ noch in grün und weiß lackiert werden, damit die Maschine auch gut aussieht. In wenigen Wochen geht die „DuoCast 900“ mit einem Schwertransport auf die Reise vom Werk in Lübeck-Schlutup nach Düsseldorf. Dort öffnet am 25. Juni die Gifa 2019, die internationale Gießerei-Fachmesse, und dann will das Lübecker Unternehmen mit seiner Weltneuheit punkten und die Fachwelt beeindrucken.

Viele Interessenten

„Die Maschine wird den Markt der Druckgussindustrie revolutionieren. Wir haben schon viele Interessenten“, sagt DSD-Geschäftsführer André Dylong (39). „Natürlich wollen jetzt alle den Prototyp im Betrieb sehen.“ Jetzt, wo viele Autokonzerne den Umstieg auf Elektromobilität meistern und dafür eine Serienproduktion für zahlreiche neue Teile aufbauen müssen, sei ein guter Zeitpunkt für die Neuentwicklung, erklärt Dylong.

Großer Zeitgewinn

Bisher sind in der Druckgussindustrie Horizontalmaschinen der Standard. Flüssiges, 700 Grad heißes Aluminium wird horizontal in eine Form geschossen, dann erkaltet das Material und das fertige Teil wird herausgenommen und in ein Abkühlbecken gelegt. Bei der neuen Maschine wird das flüssige Aluminium von oben eingeschossen und füllt zwei Formen gleichzeitig. „Mit ihrer vertikalen Bauweise ist diese Maschine einzigartig auf dem Markt und bietet zahlreiche Vorteile“, sagt Hannes Birkenhagen (31), der Konstrukteur und Projektleiter der „DuoCast 900“.

Der größte Vorteil ist Zeitgewinn durch die stark reduzierte Zykluszeit. Mehr Teile in weniger Zeit herzustellen – das ist für die Herstellung von Großserienteilen ein entscheidender Vorteil. Aber die Produktion sei dadurch auch qualitativ besser und energieeffizienter. Eingesetzt werden könne die Maschine zum Beispiel für die Produktion von Gehäusen für Elektro-Motoren und viele andere Einzelteile.

Die von der Lübecker Firma Druckguss Service Deutschland (DSD) entwickelte „DuoCast 900“ wird auf der Fachmesse Gifa 2019 in Düsseldorf Ende Juni präsentiert.

Intelligente Steuerung

Die Idee und erste Konzeptentwürfe zu dieser Maschine gab es 2014, aber erst 2017 gingen die Konstrukteure an die konkrete Planung. „Vor einem halben Jahr haben wir mit der Produktion begonnen, seit März haben wir die Maschine montiert, jetzt läuft die Inbetriebnahme“, erklärt Birkenhagen. Der Maschinenbauingenieur kommt aus Heikendorf bei Kiel, die Elektroingenieure Murat Avci (28) Timo Hadenfeldt (27) kommen – wie viele andere bei DSD – von der Fachhochschule Lübeck. Sie entwickelten die komplizierte Software für die Steuerung, die „Intelligenz“ der Maschine. „Wir haben unser Hobby zum Beruf gemacht“, sagt Avci, die Zusammenarbeit im Team mit der Geschäftsführung und Projektleitung mache großen Spaß.

Neue Halle geplant

Die Steuerung sei „fast selbsterklärend und sehr wartungs- und instandhaltungfsfreundlich“, erklärt DSD-Geschäftsführer Dylong. Wie auf einem Tablet kann vieles intuitiv bedient werden. „Der Gießereileiter kann auch tatsächlich auf einem iPad die Maschine von anderswo beobachten“, sagt Birkenhagen.

Zwischen 900 000 Euro und 1,3 Millionen Euro wird so eine Maschine die Käufer kosten, je nach Ausstattung, aber der Preis werde sich durch die Vorteile schnell amortisieren. Die Fachmesse Gifa soll jetzt den Durchbruch der Weltneuheit „made in Schlutup“ bringen. „Wenn wir dort Erfolg haben und wie erwartet viele Bestellungen bekommen, wollen wir für die Serienproduktion eine neue Halle bauen“, kündigt DSD-Geschäftsführer Dylong an. Dann soll jeden Monat eine Maschine fertig werden.

Christian Risch

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