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Wirtschaft im Norden Ein Lübecker im Dienste der Luftfahrtsicherheit
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15:00 16.06.2019
Johann Metzger hat die Zentrifuge bei Dautec gebaut. Quelle: Rüdiger Jacob
Lübeck

Seine Leidenschaft ist die Luftfahrt, sein Spezialgebiet ist die Sicherheit an Bord eines Fliegers. „Das ist einfach faszinierend“, sagt Johann Metzger. Der 33-jährige Flugzeugbauingenieur arbeitet beim Lübecker Luft- und Raumfahrtunternehmen Dautec. Die Firma, die vor drei Jahren gegründet wurde, hat am Flughafen Blankensee Teile vorhandener Hallen umgebaut. Dautec kooperiert mit der Lufthansa Technik AG.

Angefangen als Werkstudent

Das Haupt- und Kerngeschäft des Unternehmens ist das Testen von Geräten und Teilen, die in Flugzeugen verbaut werden – etwa Kaffeemaschinen, Sicherheitsgurte, Triebwerksteile, Cockpitinstrumente. „All dies muss umfangreichen Druck,- Vibrations-, Staub- oder Klimatests für die Zulassungen standhalten“, sagt Metzger. Ein Schwerpunkt sind elektromagnetische Verträglichkeits-Tests (EMV). Hierbei gehe es unter anderem darum, ob elektronische Teile wie Handys das empfindliche Bordsystem eines Flugzeuges stören könnten. Johann Metzger verfügt über eine Pilotenausbildung, könnte also auch selbst im Cockpit eines Jets sitzen.

Zentrifuge zur Simulation selbst entwickelt

Aber seine Karriere sollte sich anders entwickeln: Weil Pilotenjobs rar waren, engagierte sich der heutige Luftfahrtexperte auf anderen Feldern, studierte Ingenieurwesen und fing als Werkstudent bei Dautec an.

Dautec in Lübeck-Blankensee. Quelle: Rüdiger Jacob

Das war vor acht Jahren. Heute ist Metzger Musterprüfbeauftragter und Prüfingenieur. Auf ein Gerät, das er selbst entwickelt und gebaut hat, ist der Mitarbeiter besonders stolz. Es ist eine große Zentrifuge zur Simulation statischer Beschleunigungen. Einfach ausgedrückt kann man mit dem etwa sechs Meter langen und einer Tonne schweren Teil testen, ob die Geräte, die an einer Seite festgemacht sind, den Fliehkräften standhalten. Johann Metzger stellt das Gegengewicht ein, um die Maschine in die Waage zu bringen. Dann muss er den Testraum aus Sicherheitsgründen verlassen.

Getestet werden Triebwerksteile

„Die Zentrifuge ist wichtig“, erklärt Unternehmenschef Hans-Jörg Dau. „Getestet werden verschiedene Luftfahrtkomponenten wie Cockpitinstrumente, Triebwerksteile, Monitore oder Beleuchtungssysteme“, nennt Dau nur einige Flugzeugteile. Die Tests zeigten, ob die Bauteile bestimmten Beschleunigungen oder den enormen Belastungen einer Notlandung standhalten. Johann Metzger kann sich keinen besseren Job vorstellen: „Es ist einfach das Gesamtpaket, was mich fasziniert“, sagt der Ingenieur. Womit er den Umgang mit der Technik – „und eine sehr hohe Verantwortung für viele Menschen“ meint.

Luftfahrt und Medizintechnik

Zehn Mitarbeiter beschäftigt das Luftfahrtunternehmen, das künftig zusätzlich Medizintechnikprodukte testen will. „Wir führen bereits entsprechende Gespräche mit Unternehmen“, sagt Firmenchef Hans-Jörg Dau. Neben den Testräumen in Lübeck-Blankensee unterhält Dautec unter anderem ein Umweltlabor an der Lufthansa-Basis am Hamburger Flughafen.

Rüdiger Jacob

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