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Wirtschaft im Norden Elektriker dringend gesucht – Kunden müssen lange warten
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Elektriker dringend gesucht – Kunden müssen lange warten
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17:10 23.12.2018
Elektriker werden dringend gesucht. Quelle: Fotolia
Lübeck.

Elektriker und Elektroniker werden in der Region Lübeck händeringend gesucht. „Die Nachfrage war noch nie so groß. Egal, ob man Zeitungsannoncen schaltet oder im Internet sucht: keine Chance“, berichtet Peter Bode, Chef der Firma Habotec. Der Grund: Die Konkurrenz ist groß und stark. „Die Bundeswehr sucht massiv Elektroniker, der öffentliche Dienst und die großen Firmen auch. Im Raum Lübeck gibt es nach meiner Schätzung etwa 300 offene Stellen“, sagt Bode.

Die Arbeitsagentur Lübeck registriert in der Berufsgruppe „Mechatronik, Energie- und Elektroberufe“ einen verschärften Fachkräfteengpass. Von Engpass ist die Rede, wenn es weniger als drei Bewerber pro gemeldete Stelle gebe. Dieser Wert sei bei Elektrikern weit unterschritten. Auf jede offene Stelle gebe es in Lübeck 0,7 Bewerber, im Kreis Ostholstein sogar nur 0,5. Ein weiterer Indikator sei die Zeitspanne zwischen dem gewünschten Eintrittstermin bis zur tatsächlichen Besetzung einer Stelle. Lag dieser Wert 2017 im Schnitt bei 112 Tagen in Lübeck und 141 in Ostholstein, so stieg er 2018 auf 158 Tage in Lübeck, in Ostholstein sogar auf 170 Tage. „Die Besetzung der Stellen wird schwieriger und dauert länger“, sagt Olga Nommensen, die Sprecherin der Arbeitsagentur.

Ausbildung wird immer wichtiger

Für Kunden von Elektrikern bedeutet das längere Wartezeiten. Der Auftragsvorlauf betrage mittlerweile ein dreiviertel Jahr, sagt Peter Bode. „Ich musste schon Aufträge ablehnen, weil ich nichts versprechen möchte, was ich nachher nicht halten kann“, erzählt er, rein betriebswirtschaftlich sei das „eine Katastrophe“. Meik Barra, Obermeister der Elektro-Innung Lübeck, unterstreicht: „Die Elektro-Branche ist im Trend. Wir sind deshalb permanent auf der Suche nach Fachkräften. Aus diesem Grund ist es auch so wichtig, dass unsere Betriebe ihren eigenen Nachwuchs ausbilden.“ Ausbildung sei das einzige Mittel, dem Engpass zu begegnen, auch wenn es viel Geld koste, sagt auch Bode. „Aber dann hat man eine Kraft, die vielleicht bleibt.“

„Wir wissen, dass es in der Elektro-Branche einen harten Kampf um Mitarbeiter gibt“, sagt Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck. Auch er appelliert: „Bildet euren eigenen Nachwuchs aus!“ Die Handwerkskammer unterstütze Betriebe bei ihrer Suche. Markus Dusch, Chef der Agentur für Arbeit Lübeck, betont die große Bedeutung von Weiterbildung. Sie sei ein „wichtiger Schlüssel“, um Fachkräfte zu gewinnen. Das sei ein Schwerpunkt für die Arbeitsagentur im kommenden Jahr. Er ruft die Betriebe auf: „Seien sie zu Kompromissen bei der Stellenbesetzung bereit und geben sie versteckten Talenten eine Chance“.

Christian Risch

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