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Wirtschaft im Norden Er bringt die großen Pötte sicher in den Hafen
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18:10 31.03.2018
Per Funk nimmt Marcus Meyer Kontakt mit dem Kapitän eines sich nähernden Schiffes auf. Quelle: Fotos: Rüdiger Jacob
Travemünde

Er kennt die Trave wie seine Westentasche. Und er weiß genau, worauf geachtet werden muss, damit die großen Pötte sicher in Travemünde ein- und auslaufen können. Marcus Meyer ist Lotse. Der Kapitän arbeitet in der Lotsenstation in Travemünde, dicht an der Seeverkehrszentrale und der Radarstation des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes.

Der 48-jährige Marcus Meyer arbeitet als See- und Hafenlotse in Travemünde.

Die Brüderschaft der Lotsen

Die Lotsen sind in der Lotsenbrüderschaft Kiel/Lübeck/Flensburg organisiert – eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die Lotsenbrüderschaft bietet unter anderem Dienstleistungen wie fachliche Beratungen, Distanz- und Überseelotsungen sowie Kompensation und Regulation von Kompassen an. In Travemünde sind zwei Lotsen stationiert. Ihre Boote (Foto) gelten Dank einer besonderen Konstruktion als unsinkbar.

Das nautische Patent hat Meyer unter anderem in Lübeck auf der Seefahrtschule gemacht. Zur See gefahren ist der Lübecker als Offizier und Kapitän, bis er 2001 Lotse wurde und es ihn 2009 nach Travemünde verschlagen hat. „Mein Vater war schon Lotse und Kapitän, ich bin quasi auf dem Schiff groß geworden“, sagt Meyer.

Es macht ihm Spaß, als Bindeglied zwischen Landorganisation, Verwaltungsvorgaben und Schifffahrtsvorschriften die täglichen Herausforderungen zu meistern. „Es ist reizvoll, den logistischen Ablauf im Hafen zu begleiten und zu gewährleisten“, sagt Meyer. Zeit sei im Hafen ein enorm wichtiger Faktor. Eine der wichtigsten Aufgaben des Lotsen ist es, dem Kapitän eines ein- oder auslaufenden Schiffes Wissen über die örtlichen Gegebenheiten zur Verfügung zu stellen. „Wir unterstützen die Kapitäne in ihrer Arbeit“, sagt der 48-Jährige, der mit einem Lotsenboot zum Schiffsriesen gebracht wird. Es ist wie ein Wassertaxi, mit dem der Lotse dem Schiff entgegen fährt. Nähert sich ein Pott der Hafenmündung, geht Meyer an der sogenannten Versetzposition – einer vorgegebenen Stelle auf See – an Bord.

Auf dem Lotsenboot hat Meyer einen besonderen Platz direkt neben dem Schiffsführer. Per Funk nimmt er Kontakt mit dem Kapitän des ankommenden Schiffes auf, um etwa eine Kursänderung zu empfehlen, damit das Übersetzen problemlos abläuft.

In Fahrtrichtung gesellt sich das Lotsenboot zu dem Schiff, und Meyer steigt entweder über eine Leiter oder über eine Tür an Bord. Damit nichts Schlimmes passiert, sollte der Lotse einmal ins Wasser fallen, trägt er eine besondere Schutzausrüstung. In seiner wetterfesten, vor Unterkühlung schützenden Jacke verbirgt sich eine Auftriebhilfe, die sich bei Wasserberührung von selbst entfaltet.

An Bord angekommen geht der Lotse zum Kapitän auf die Schiffsbrücke. Von hier aus begleitet er die Einfahrt in den Hafen, vorbei an der Nordermole und der „Passat“. „Kommando und Verantwortung verbleiben beim Kapitän“, erklärt Meyer. „Wir Lotsen sind nur die Berater des Schiffsführers.“ Im Verhältnis zur Größe der Trave seien die Schiffe vergleichsweise groß, sagt Meyer. So gebe es Stellen, an denen sich die Giganten, die in Travemünde ein- oder auslaufen, nicht begegnen dürfen.

Rüdiger Jacob

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