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Wirtschaft im Norden Fehmarnbelt: Die Dänen fangen an zu bauen
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18:35 28.01.2020
Sie werben für die Beltquerung (von links): Arno Probst, neuer Vorsitzender des Fehmarnbelt Business Council (FBBC), Nina Höfner, neue FBBC-Managerin, Stig Rømer Winther, Geschäftsführer der Stiftung Femernbelt Developement, Lars Schöning, IHK-Hauptgeschäftsführer. Quelle: Witt/IHK zu Lübeck
Lübeck

„In drei bis vier Monaten fangen wir an, den Bauhafen auszubaggern“, sagt Stig Rømer Winther, der Geschäftsführer der Stiftung Femernbelt Developement. „Das wird ein riesiger Bauhafen“, erklärt er. Den ausgebaggerten Sand aus bis zu 15 Meter Tiefe wolle man für die Neugestaltung der Küstenlinie in der Nähe von Rødbyhavn nutzen, wo große Freizeitflächen entstehen sollen.

Konferenz in Rødby

Den Auftakt für den Baustart soll am 12. März die Fehmarn Link Business Conference im dänischen Rødby bilden. „Das ist die Kick-off-Veranstaltung für den Tunnelbau“, erklärt Winther. Er rechnet mit der Teilnahme von bis zu 600 Unternehmen aus bis zu sieben europäischen Ländern. Interessenten kommen sogar aus den Niederlanden und Großbritannien. Ziel der Konferenz sei es, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen. „Ein so großes Infrastrukturprojekt bietet vor allem regionalen Unternehmen große Chancen auf Aufträge. Wir möchten die Partner von morgen zusammenbringen, damit sie schon jetzt planen und vorbereiten können“, erklärt Winther, der die Konferenz organisiert. „Jedes Unternehmen, das eine Dienstleistung für den Bau des Tunnels und seiner Straßen- und Schienenanbindung auf deutscher Seite erbringen kann und will, sollte bei der Konferenz vertreten sein“, sagt Lars Schöning, der Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck. Die Kammer organisiere eine Bustour nach Rødby.

„Über den Tellerrand gucken“

„Die Wirtschaft will die Prozesse aktiv mitgestalten“, sagte Arno Probst, der für zwei Jahre gewählte neue Vorsitzende des Fehmarnbelt Business Council (FBBC), einem Zusammenschluss von Wirtschaftsverbänden aus Deutschland, Dänemark und Schweden, die insgesamt 400 000 Unternehmen repräsentieren. Probst, zugleich Vicepräses der IHK zu Lübeck, nannte die Fehmarnbelt-Querung eine „große Chance für uns, sie ist ein Impulsgeber, der das Zusammenwachsen zwischen Skandinavien und Mitteleuropa fördert“. Dabei solle man nicht nur Ostholstein oder die Achse Hamburg-Kopenhagen im Blick haben, „sondern über den Tellerrand hinaus nach Berlin, Göteborg, Stockholm, Oslo und sicher auch nach Helsinki blicken“, sagte Probst.

Festival im Mai

Mit ihm an der Spitze des FBBC steht Nina Höfner, die neue FBBC-Managerin, die zuletzt drei Jahre bei Hamburg Marketing gearbeitet hat und dort für internationale Kontakte zuständig war. Sie freue sich, an dem „europäischen Jahrhundertprojekt“ mitzuwirken, sagte sie. Höfners erste große Aufgabe ist die Organisation der Fehmarnbelt Days am 17. und 18. Mai in Weißenhäuser Strand, die unter dem Motto „Regions for Future“ stehen. Bisher seien die Fehmarnbelt Days eine Fachtagung gewesen, auf der sich Experten, Beteiligte und Unternehmer über den Stand des Tunnelprojektes informierten. Neu in diesem Jahr ist ein Festival nach skandinavischem Vorbild am 17. Mai, dem Tag vor der eigentlichen Konferenz. „Alle Bürger aus Norddeutschland, Dänemark und Schweden laden wir ein, gemeinsam mit Spitzenpolitikern wie Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) zu diskutieren, sich zu informieren, sich kennenzulernen und miteinander zu feiern“, sagt Höfner.

Auch Kritiker eingeladen

Ausdrücklich seien auch die Kritiker der festen Fehmarnbeltquerung zu den Fehmarnbelt Days eingeladen, sagt Lars Schöning. Sie könnten sich dort auch mit einem Stand präsentieren oder eine der Bühnen nutzen. Das wünscht sich auch Stig Rømer Winther. „Ich habe mit vielen Tunnelgegnern gesprochen. das sind sehr nette Leute. Ich hoffe, dass sie sich beteiligen.“ Angesprochen auf die schnellere Planung in seinem Land sagte Winther: „Wir haben in Dänemark eine andere Kultur. Wenn jemand gegen etwas ist, dann findet man im Dialog immer gemeinsam eine gute Lösung, und danach stehen alle hinter dem Projekt.“ Insgesamt haben sich bisher 45 Akteure oder vereine angemeldet, die sich auf den Fehmarnbelt Days präsentieren wollen, sagt Mitorganisator Manfred Braatz von der IHK zu Lübeck. Auch Vertreter von „Fridays for Future“ hätten ihr Kommen angekündigt. Erwartet werden insgesamt etwa 3000 Besucher. Zum Abschluss der Veranstaltung tritt am Sonntag abend die Band „Jeden Tag Silvester“ auf – Eintritt frei.

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