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Wirtschaft im Norden Fischerei: Nordsee lukrativer als Ostsee
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21:10 09.01.2017
Bei der Arbeit: Ein Krabbenfischer holt auf der Nordsee die Netze ein. Quelle: Fotos: Wagner/dpa, Fotolia (3), Fiz (3)
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Kiel/Bad Schwartau

Die Erlöse der schleswig-holsteinischen Ostseefischer sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken – und werden 2017 nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung noch weiter fallen. Mit dem Verkauf von Dorsch, Hering und Sprotte haben sie im vergangenen Jahr 4,5 Millionen Euro erzielt. Zum Vergleich: 2010 waren es noch fast 7,4 Millionen Euro gewesen. Doch seitdem hat sich die Fangmenge halbiert. Nur noch knapp 9300 Tonnen der drei am häufigsten gefangenen Arten gingen den Ostseefischern 2016 vorläufigen Zahlen zufolge ins Netz.

An der einen Küste steigen die Erlöse, an der anderen kämpfen die Fischer ums Überleben.

Schuld an der schlechten Lage ist laut Lorenz Marckwardt die niedrige Dorschquote. „Sie wurde nun schon das vierte Jahr in Folge gesenkt“, sagt der Vorsitzende des Landesfischereiverbands. Für 2017 wurde sie im Vergleich zum Vorjahr um 56 Prozent gekürzt. „Jetzt müssen wir abwarten, inwieweit die Ostseefischer das überstehen werden.“ Der Verband geht davon aus, dass in diesem Jahr 15

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Kutter in Schleswig-Holstein „wegen der Dorschmisere aufgegeben werden“. Die Fischer sähen keine Überlebenschance mehr in ihrem Beruf. Denn durch andere Fänge – zum Beispiel mehr Heringe – könnten die fehlenden Einnahmen nicht ausgeglichen werden. „Für diese Fische wird viel weniger gezahlt“, sagt der Fischermeister aus Eckernförde. Nur mit einer steigenden Dorschquote würden laut Marckwardt auch die Erlöse der Ostseefischer wieder steigen.

Wolfgang Albrecht, der Vorsitzende des Fischereischutzverbandes Schleswig-Holstein, befürchtet, dass vor allem viele Kleinfischer der niedrigen Dorschquote zum Opfer fallen werden. „Wenn wir nicht schnell eine Lösung finden, geben diese Betriebe alle auf – und damit ist auch deren riesige Erfahrung weg“, sagt der Bad Schwartauer. Außerdem verlöre Schleswig-Holstein mit den Fischern eine Touristenattraktion. Albrecht hat selbst 40 Jahre lang als Fischer gearbeitet, inzwischen ist der 75-Jährige im Ruhestand. Alternativen zum Dorsch sieht auch er in der Ostsee nicht.

Ganz anders ist die Situation zurzeit an der Westküste. Die Nordseefischer konnten sich im vergangenen Jahr über gestiegene Erlöse freuen. Dort werden Miesmuscheln und Krabben am häufigsten aus dem Wasser geholt. Die Fangmenge der Muscheln stieg seit 2010 von 1200 Tonnen auf jetzt knapp 13000 Tonnen. Die Erlöse wuchsen im selben Zeitraum von 1,2 Millionen auf 15,3 Millionen Euro.

Auch die Krabbenfischer konnten ihre Erlöse von 17,7 Millionen im Jahr 2010 auf jetzt 20,2 Millionen Euro steigern, obwohl die Fangmenge deutlich zurückgegangen ist. Statt 8500 Tonnen landeten nur noch 3050 Tonnen Nordseekrabben in den Netzen. Doch höhere Verkaufspreise glichen den Rückgang mehr als aus.

„Als Nordseefischer kann man sein Einkommen derzeit gut erzielen“, sagt Marckwardt. Denn die Fischbestände befänden sich in der Nordsee im Wiederaufbau. Die Quote für Scholle sei gut, die für Kabeljau gerade heraufgesetzt worden. Sorgen bereitet Wolfgang Albrecht allerdings die Krabben-Situation. „Die Preise waren im vergangenen Jahr sehr hoch. Die Fischer haben fünf bis sechs Euro pro Kilo bekommen“, berichtet er. „Dadurch ging es ihnen gut.“ Abhängig von der Fangmenge könne sich das aber schnell wieder ändern. „Wir haben es mit der Natur zu tun“, sagt er. Da sei es immer schwierig, Prognosen zu treffen.

Hamburg will mehr Schutz für den Zander

Mit neuen Regeln für Angler und Fischer will Hamburg den Zander in den Gewässern der Hansestadt besser schützen. Während der Zanderschonzeit ist Anglern die Verwendung von toten Köderfischen sowie von Kunstködern untersagt. Eine Ausnahme gilt nur für den unmittelbaren Strömungsbereich des Elbe-Hauptstroms. Außerdem wird Berufs -und Nebenberufsfischern die Verwendung von Stellnetzen untersagt.

Während der Zanderschonzeit durften sie bislang auch in Laich- und Rückzugsgebieten mit Stellnetzen andere Arten befischen. Dabei holten sie jedoch als sogenannten Beifang auch viele Zander aus dem Wasser mit einem „deutlich negativen Einfluss auf die Zanderpopulation“.

Ökologisch und ökonomisch gilt der Zander als wichtige Fischart in Hamburg. Er ist den Angaben zufolge die einzige häufig vorkommende große Raubfischart in der Tideelbe. Damit habe er eine regulierende Wirkung auf Bestände anderer Fischarten, heißt es.

Janina Dietrich

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