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Wirtschaft im Norden Gewerkschaft: Bei Senvion gehen weitere 900 Arbeitsplätze verloren
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Gewerkschaft: Bei Senvion gehen weitere 900 Arbeitsplätze verloren
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11:38 16.09.2019
Zwei Techniker stehen auf einer Generatorgondel eines Senvion-Windkraftrades des Offshore-Windparks «Nordsee 1». Quelle: Ingo Wagner/dpa (Archiv)
Hamburg

Der deutsch-spanische Anlagenbauer Siemens Gamesa soll wesentliche Teile des insolventen Windanlagenbauers Senvion übernehmen. Dabei handele es sich um ausgewählte europäische Service- und Onshore-Bereiche, teilte Senvion am Montag in Hamburg mit. Der Gläubigerausschuss habe einer entsprechenden Exklusivitätsvereinbarung zugestimmt. Damit würden die Parteien nunmehr in die Schlussphase der Verhandlungen eintreten, die bis Ende September dauern könne. Für die übrigen Geschäftsfelder prüfe das Unternehmen weiterhin Optionen und setze die Verhandlungen mit Investoren fort.

„Die heutige Ankündigung bedeutet, dass wir kurz davor stehen, einen sicheren Hafen für einen wesentlichen Teil des Unternehmens und seiner Mitarbeiter zu finden“, sagte Vorstandschef Yves Rannou. „Unter diesen schwierigen Umständen sind das positive Nachrichten.“ Mit Blick auf die kommenden Wochen werde das Managementteam weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um die bestmöglichen Lösungen für den Rest des Unternehmens zu finden.

Gewerkschaft: 900 Arbeitsplätze gehen verloren

Damit bleibt auch fast eine Woche nach der zweitägigen Gläubigerversammlung von Senvion weiter unklar, wie viele Arbeitsplätze bei dem Konzern insgesamt und in Deutschland wegfallen. Senvion beschäftigt noch 1400 bis 1500 Mitarbeiter in Deutschland. Die Gewerkschaft IG Metall geht davon aus, dass rund 900 von den gegenwärtig noch 1400 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren werden.

Die Gewerkschafter hatten bis zuletzt gehofft, dass mehr Arbeitnehmer ihren Job behalten können. „Mit dem geplanten Verkauf von Teilen des Unternehmens an Siemens Gamesa zeichnet sich nur für 500 der einstmals 1800 Beschäftigten in Deutschland eine Übernahme durch den neuen Investor ab“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, am Montag in Hamburg.

Die Gewerkschaft sei froh über jeden Beschäftigen, der übernommen werde. "Wir haben aber bis zuletzt gehofft, dass auch bei einer Zerschlagung mehr Beschäftigte eine langfristige Perspektive bekommen."

Erste Kündigungen im September

Senvion hatte im April Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet und sich auf die Suche nach Investoren begeben. Seit drei Wochen ist klar, dass Senvion aufgeteilt wird und Teile seines Geschäftsbetriebs stilllegen muss. Die Turbinenfertigung in Bremerhaven mit 200 Mitarbeitern steht zum Jahresende vor der Schließung. Bereits in diesem Monat werden die ersten Kündigungen ausgesprochen.

 

Von dpa/RND

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