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Wirtschaft im Norden Händler zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft, doch der große Andrang kommt noch
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Händler zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft, doch der große Andrang kommt noch
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19:56 07.12.2019
Weihnachtsshopping im Lübecker Citti-Park. Quelle: 54° / Felix Koenig
Lübeck

„Für das diesjährige Weihnachtsgeschäft erwartet der Einzelhandel in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern Umsatzerlöse von etwa 8,4 Milliarden Euro, das entspricht einem Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr“, sagt Dierk Böckenholt, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Nord, dem Dachverband, dem 32 600 Einzelhändler angehören. „Vor allem der Lebensmittelhandel hatte bereits gute Umsatze“, sagt er.

Süßwaren und kleine Geschenke zum Auffüllen der Nikolausstiefel und Adventskalender seien sehr gut verkauft worden. Beim Elektrohandel sei auffällig, dass viele Kunden noch „auf Erkundungstour“ seien, da habe sich das Interesse noch nicht so deutlich in Umsätzen niedergeschlagen. Insgesamt seien die Händler im Norden mit dem Auftakt des Weihnachtsgeschäftes „nicht unzufrieden“.

Nächste Sonnabende entscheidend

„Aber das Gros des Geschäftes liegt noch vor uns“, sagt Böckenholt. Traditionell werde das dritte und in diesem Jahr auch das vierte Adventswochenende besonders stark. „Die verkaufsstärksten Tage werden wohl die beiden Sonnabende am 14. und 21. Dezember sein.“

Solange das Wetter nass und ungemütlich sei, würden vor allem die Center davon profitieren, bei kaltem klaren Wetter dagegen eher die Freilagen in den Innenstädten. „Wir würden uns wünschen, dass es noch mal einen Wetterumschwung gibt“, sagt Böckenholt.

Chance für innerstädtischen Handel

Von einem „recht guten Anlauf“ des Weihnachtsgeschäftes spricht Hans Frick, der Lübecker Herrenausstatter und Vizepräsident des Handelsverbandes Nord. Der jetzige Sonnabend sei einer der umsatzstärksten Tage gewesen, ebenso wie die beiden noch kommenden Sonnabende. In den Geschäften in der Lübecker Innenstadt sehe es bisher etwas verhalten, dafür liefen die Geschäfte der Center auf der „grünen Wiese“ sehr gut.

„Das Weihnachtsgeschäft ist eine große Chance für den innerstädtischen Handel. Man will fühlen, schmecken, anfassen – das alles hat man im Internet nicht“, sagt Frick. Deshalb seine positive Prognose: Der innerstädtische Handel werde ähnlich gute Umsätze wie im Vorjahr machen.

Und Lübeck habe seinen Status als „Weihnachtsstadt des Nordens“ mit seinen vielen Weihnachtsmärkten halten können und werde weiterhin gut besucht. Schals, Mützen und Pullis, die klassischen Wunschgeschenke, seien schon sehr gut verkauft worden, erklärt Frick, ebenso wie in den Vorjahren Elektronik-Produkte.

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Citti-Park zufrieden

„Wir sind mit dem Start des Weihnachtsgeschäftes zufrieden“, sagt Sascha Warnken, Center-Manager des Citti-Parks in Lübeck. „Das Black-Friday-Wochenende war toll, wenn das Geschäft so bleibt, haben wir ein sehr positives Ergebnis.“ Technik sei wie immer besonders stark gefragt, ebenso wie Spielwaren und hochwertige Lebensmittel.

„Was ich interessant finde: Viele Bücher werden gekauft“, sagt Warnken. Das sei bemerkenswert, weil vor fünf Jahren prognostiziert worden sei, dass die Umsätze mit Büchern stetig sinken.Einen „hohen Stellenwert“ hätten das zweite und dritte Advent-Wochenende, „aber auch unter der Woche wird es immer stärker“, so Warnken.

Im Umland sind viele Händler zufrieden

Im Lübecker Umland ist das Weihnachtsgeschäft überwiegend gut angelaufen. „Die Stimmung unter den Geschäftsleuten ist gut“, sagt Marlis Stagat vom Unternehmerverein „Wir für Segeberg“. Viele Kunden würden sogar das kleine Bad Segeberg der Großstadt vorziehen.

„Die Fußgängerzone gibt das kuschelige Weihnachten wieder, das mögen die Menschen. Wir haben das Ambiente, ein attraktives Angebot in den Läden", sagt Stagat. „Die Rückmeldung war bei den meisten Händlern positiv“, sagt auch Monika Siegel, Citymanagerin der Stadt Mölln, zum bisherigen Weihnachtsgeschäft.

Alle Parkplätze in Bad Schwartau belegt

In Bad Schwartau waren am Sonnabend bereits morgens um 10 Uhr alle Parkplätze auf dem Zentralparkplatz belegt. Starke Frequenz auch im Modehaus Matzen. „Der erste Adventssonnabend war schon gut, aber dieser Sonnabend hat das Ergebnis noch einmal getoppt“, erklärte Lars Matzen zufrieden.

„Die Woche wurde immer stärker, und dieser Sonnabend ist der Höhepunkt", sagt Lorenz Harms, Chef des Oldenburger Modehauses „Johannsen“. Er ist mit der Nachfrage am Tag vor dem zweiten Advent sehr zufrieden: „Tolles Einkaufswetter, viele kleine Aktionen in den Geschäften –in Oldenburg sind richtig viele Menschen unterwegs.“ Im Modehaus sei in dieser Vorweihnachtszeit besonders hochwertige Kaschmir-Ware gefragt.

Kunden haben gute Laune

„Das Geschäft zieht an“, erklärt Thomas Gast, Geschäftsführer des LMK-Kaufhauses in Eutin. „In der Stadt ist sehr viel los, und die Kunden haben gute Laune. Wir sind sehr zufrieden.“ Der Nikolaustag am Freitag habe starke Resonanz gebracht, resümiert Heinz Meyer, Vorsitzender der Aktivgruppe für Handel und Gewerbe in Timmendorfer Strand und Betreiber der dortigen Strandpassage.

„Die ersten beiden Sonnabende in der Adventszeit sind allerdings eher Städtetage“, meint er, „schon allein, weil Timmendorf keine großen Anbieter von Elektro- und Spielwaren hat“. Doch vor dem dritten und dem vierten Advent erwartet Meyer zwei „starke Sonnabende“ – und einen starken Sonntag am 22. Dezember, denn auch dann öffnen die Timmendorfer Geschäfte, und zwar ab 12 Uhr.

In Stormarn ist das Weihnachtsgeschäft durchwachsen angelaufen. Während einige Kaufleute schon jetzt durchaus zufrieden sind, hoffen viele auf den „Endspurt" vor dem Fest. „Die meisten Leute gucken erst in den großen Städten, und wenn sie da nicht fündig werden, kommen sie zu uns“, sagt beispielsweise Goldschmiedin Gudrun Kling aus Reinfeld.

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Von cri/latz/sep/fg/hil/ba

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