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Wirtschaft im Norden So lief die Hauptversammlung von Dräger in der MuK
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden So lief die Hauptversammlung von Dräger in der MuK
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21:27 10.05.2019
Etwa 300 Aktionäre kamen zur Hauptversammlung von Dräger in die Lübecker Musik- und Kongresshalle (MuK). Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Nur rund 300 Aktionäre kamen diesmal zur Hauptversammlung der Drägerwerk AG in die Lübecker Musik- und Kongresshalle, um sich über ihr Unternehmen zu informieren. Dass das Geschäftsjahr 2018 sehr enttäuschend verlaufen war, hatte Vorstandschef Stefan Dräger bereits bei der Vorlage des Geschäftsberichtes im März deutlich gemacht (die LN berichteten).

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ging auf 62,6 Millionen Euro zurück. Erst das vierte Quartal 2018 mit Rekorden bei Umsatz und Auftragseingang hatte die Jahresbilanz noch etwas aufhellen können.

Vorstandschef Stefan Dräger (l.) neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden Stefan Lauer. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Aktie hat stark verloren

Das schwache Geschäftsergebnis führte im Anschluss an die Präsentation zu vielen kritischen Nachfragen. „Das Ergebnis ist wirklich trist. Diesmal haben Sie auch Ihre Prognose verfehlt. Man fragt sich: Was ist eigentlich los mit dem Unternehmen?“, sagte Dirk Unrau von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW). Zumal sich auch der Aktienkurs von Dräger in den vergangenen fünf Jahren ein Minus von 40 Prozent aufweise, während der Dax im gleichen Zeitraum um 25 Prozent zugelegt habe. Josef Gemmeke von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) lobte den „sehr informativen Vortrag“, bemängelte aber eine „ausgeprägte, gelebte Überkomplexität“ bei Dräger und die unbefriedigenden Ergebnisse: „Wie kommt es dazu?“

Kritik an Dividende

Den Dividendenvorschlag Drägers – 19 Cent je stimmloser Vorzugsaktie und 13 Cent je Stammaktie – lehnten die Aktionärsschützer unisono ab. „Zehn Prozent des Konzerngewinns als Dividende auszuschütten ist zu wenig, wir fordern 40 bis 60 Prozent“, sagte SdK-Sprecher Gemmeke. „Sie müssen ihre Dividendenpolitik grundsätzlich ändern. Ich würde mir wünschen, dass Sie die Appelle der Aktionäre ernst nehmen“, sagte DSW-Sprecher Unrau. Der Dividendenvorschlag wurde später mit der großen Mehrheit der stimmberechtigten Stammaktien, die im Besitz der Familie Dräger sind, angenommen.

Urteil zu Genussscheinen

Für Aufsehen auf der Hauptversammlung sorgte ein Urteil des Landgerichts Lübeck, das vor drei Tagen ergangen war. Zwei Gesellschaften, die Inhaber von Dräger-Genussscheinen sind, hatten gegen einen Beschluss der Dräger-Hauptversammlung von 2011 geklagt. Nach acht Jahren wurden nun die Anfechtungs- und Nichtigkeitsklagen gegen die Beschlüsse vom 6. Mai 2011 abgewiesen. Dräger wurde aber zur Zahlung einer Barabfindung verurteilt, die sich auf insgesamt rund eine Million Euro beläuft – was umgerechnet acht Euro je Genussschein bedeuten würde. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. „Wir werden uns in der Analyse ausführlich damit beschäftigen und werden prüfen, ob wir gegen das Urteil angehen“, sagte Finanzvorstand Gert-Hartwig Lescow.

Gefragte Gasmesstechnik

Doch der Dräger-Vorstand konnte auch von positiven Entwicklungen berichten. Ein überdurchschnittliches Wachstum habe man vor allem in der Sicherheitstechnik erzielt, sagte Stefan Dräger. Von den Neuentwicklungen hob Anton Schrofner das tragbare Gasmessgerät „X-pid 9000/9500“, das vom Hamburger Tochterunternehmen bentekk entwickelt wurde, hervor. Das Gerät treffe auf große Resonanz bei Kunden. Brandneu und vielversprechend sei auch das ergonomische Anästhesiegerät „Atlan“, das erst am Donnerstag einem Fachpublikum auf dem Anästhesiekongress in Leipzig vorgestellt wurde.

Optimistischer Ausblick

Das Unternehmen sei mit einem „soliden Auftragsbestand“ ins neue Geschäftsjahr gestartet, sagte Dräger. „Das verschafft uns schon einmal eine gute Ausgangsbasis, und die Zahlen des ersten Quartals zeigen eine erfreuliche Entwicklung beim Umsatz und eine deutliche Verbesserung des Ergebnisses. Man erwarte einen währungsbereinigten Umsatzzuwachs zwischen ein und vier Prozent.

Christian Risch

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