Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Hauskauf soll für Familien günstiger werden
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Hauskauf soll für Familien günstiger werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:22 13.08.2019
Die Jamaika-Koalition möchte, dass junge Familien Geld sparen. Über den Weg dahin sind sich die Partner noch nicht einig. Quelle: Christin Klose/dpa
Kiel

Die Jamaika-Koalition ringt weiter um die Senkung der Grunderwerbssteuer. Weil der Bund auch auf Drängen Schleswig-Holsteins zum Jahresende ein Steuerschlupfloch für Immobilien-Konzerne schließt, stehen dafür bis zu 50 Millionen Euro bereit. Wie dieses Geld genau eingesetzt wird, darüber gehen die Meinungen bei CDU, Grünen und FDP aber weit auseinander.

Klar ist nur: Der Vorschlag von Grünen-Finanzministerin Monika Heinold, den Steuersatz für alle von 6,5 auf sechs Prozent des Kaufpreises eines Grundstückes oder Hauses zu senken, ist vom Tisch. Vor allem die FDP drängte darauf, speziell junge Familien zu entlasten, fordert Freibeträge für den Kauf einer ersten selbst genutzten Immobilie. Das sei jetzt auch die Linie des gesamten Bündnisses, sagte CDU-Ministerpräsident Daniel Günther nach einer Koalitionsausschuss-Sitzung am gestrigen Dienstag.

Finanzministerin rechnet Modell durch

Das Finanzministerium soll jetzt verschiedene Modelle dazu durchrechnen. Die Grünen favorisieren offenbar ein Modell mit Einkommensgrenzen. So soll es eine Steuerrückerstattung von bis zu 10 000 Euro geben, aber nur für Singles mit bis zu 50 000 und Paaren bis zu 80 000 Euro Jahreseinkommen (plus 15 000 Euro pro Kind). Das Modell würde allerdings Beamte mit niedrigem Brutto- aber hohem Nettolohn bevorzugen, Vermögen bliebe unberücksichtigt. CDU und FDP lehnen Einkommensgrenzen ab.

General-Kritik an der jüngsten Entwicklung kommt vom Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen. Nur bei einer pauschalen Steuersenkung kämen Investoren und damit am Ende auch Mieter in den Genuss geringerer Baukosten und daraus resultierend niedrigerer Mieten, sagt dessen Direktor Andreas Breitner.

Von Wolfram Hammer