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Wirtschaft im Norden Mit Optimismus ins neue Jahr
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20:00 19.12.2018
Das Führungsteam der IHK zu Lübeck: Rüdiger Schacht, Hauptgeschäftsführer Lars Schöning, Präses Friederike C. Kühn und Nils Thoralf Jarck (v. l.). Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Der Brexit, die Strafzölle der USA, die Sanktionen gegen Russland: Unsicherheitsfaktoren gibt es einige für die Unternehmen im Norden. Und dennoch glauben 88 Prozent der Firmenchefs in einer Konjunkturumfrage der IHK für 2019 an ähnlich gute oder sogar bessere Geschäfte als in diesem Jahr, erklärte am Mittwoch Friederike C. Kühn, Präses der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck. „Trotz aller Risiken ist die Wirtschaft in einer robusten Verfassung.“ Auch für das kommende Jahr erwarte die IHK eine „stabile Konjunktur“.

Industrie gut ausgelastet

Besonders die Unternehmen der Industrie schätzten ihre Lage als sehr günstig, viele arbeiteten weiterhin an der Kapazitätsgrenze. Der Brexit und seine unkalkulierbaren Folgen führten zwar zu einer Verunsicherung, Großbritannien sei der fünftgrößte Exportmarkt für Schleswig-Holstein. Erste Spuren hinterließen auch die Handelszölle der USA und die schwierigen Beziehungen zu Russland. Doch unterm Strich sei von einer „Eintrübung der Konjunkturaussichten derzeit noch nichts zu spüren“, sagte Kühn. Es werde weiterhin Wachstum geben, „auch wenn es sich verlangsamt“. Die Arbeitslosigkeit im Kammerbezirk bewege sich weiterhin auf „historischen Tiefstständen“: 3,0 Prozent im Kreis Stormarn, 3,7 Prozent im Kreis Segeberg und auch der Kreis Herzogtum Lauenburg nähere sich der Vier-Prozent-Marke.

Kammer mahnt Breitbandausbau an

„Doch für eine weiterhin positive Entwicklung müssen die Rahmenbedingungen stimmen“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning, und hier gebe es Verbesserungsbedarf, vor allem in den Bereichen Abgaben, Bürokratie und Infrastruktur. „Der Breitbandausbau ist dabei mindestens genauso wichtig wie die Erreichbarkeit über Schiene und Straße.“ Ein Schwerpunkt für 2019 sei das Thema Digitalisierung. Am 6. Februar gebe es den Kongress „IT for Business“ in der Musik- und Kongresshalle. Mit dem Netzwerk „produzieren für morgen“ habe man Firmen und Wissenschaft zusammengebracht.

Vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Fachkräftemangels spiele die Ausbildung eine herausragende Rolle, so Schöning. „2018 haben wir es geschafft, wieder mehr junge Leute zu gewinnen. Zurzeit zählen wir mehr als 4000 eingetragene Ausbildungsverhältnisse, das ist ein Plus von 1,5 Prozent.“ Dennoch gebe es 600 unbesetzte Ausbildungsstellen. „Jeder, der jetzt noch eine Ausbildung sucht, soll sich melden. Die Türen der Betriebe stehen weit offen.“ Die Duale Ausbildung sei ein hervorragender Start für eine berufliche Karriere. Den größten Bedarf habe man an Fachkräften im Bereich Hotellerie und Gastronomie, im Bereich Mechatronik sowie in der Logistikbranche. „Ein Großteil der Lkw-Fahrer ist älter als 50 Jahre, die Lücke wird von Jahr zu Jahr größer“, sagte der IHK-Verkehrsexperte Rüdiger Schacht.

Gerichtsverfahren verzögern Projekte

Der Infrastrukturausbau bleibe schwierig. Durch die Gesetzgebung seien Projekte in vernünftiger Zeit kaum zu verwirklichen. „Hier können wir von Dänemark und den Niederlanden lernen“, sagte Schacht. In den Niederlanden gebe es eine Frist für Gerichtsentscheidungen, und in Dänemark Baugesetze anstelle von Planfeststellungsbescheiden wie bei uns. Das vom Bund beschlossene Gesetz gehe nicht weit genug. Zu den wichtigsten Projekten gehören nach Ansicht der IHK nach wie vor der Weiterbau der A 20 nach Westen und der Ausbau der A 21. Fortschritte gebe es bei der Ausbauplanung für den Elbe-Lübeck-Kanal und der Bahnstrecke LübeckBad KleinenSchwerin. Ein Erfolg sei, dass die S-Bahn-Linie 4 von Hamburg nach Bad Oldesloe vorankomme.

Das Thema Unternehmensnachfolge werde 2019 ebenfalls ein Schwerpunkt der IHK sein, sagte Nils Thoralf Jarck. Die Kammer hätten ihr Engagement in diesem Bereich deutlich verstärkt und sei jetzt nach den Steuerberatern Ansprechpartner Nummer zwei für Unternehmer.

Zum zweiten Mal wird die IHK im Mai den Kongress „Frauen in Führung im Norden“ ausrichten. „Unser Anliegen ist es, das Angebot an Fachkräften in unserer Region zu verbessern“, sagte Friederike C. Kühn. Im Bezirk der IHK zu Lübeck gebe es etwa 20 000 von Frauen geführte Unternehmen.

Christian Risch

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