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Wirtschaft im Norden Immer mehr Händler im Norden verzichten auf Verkauf von Silvester-Feuerwerk
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Immer mehr Händler im Norden verzichten auf Verkauf von Silvester-Feuerwerk
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08:38 06.12.2019
Böller und Raketen sind für viele Menschen in Deutschland an Silvester unverzichtbar. Erste Händler verzichten jedoch auf den Verkauf von Feuerwerk zum Jahreswechsel. Quelle: dpa
Lübeck/Kiel

Als einer der ersten hatte der Baumarkt Werkers Welt in Mölln (Kreis Herzogtum Lauenburg) den Verkauf von Böllern und Raketen zum Jahreswechsel gestoppt. Auch in einigen Edeka-Märkten im Land wird es in diesem Jahr schon kein Feuerwerk mehr zu kaufen geben.

Andere Unternehmen brauchen mehr Vorlauf. So erklärt die Baumarktkette Hornbach, vom Jahreswechsel 2020/21 an europaweit keine Silvester-Knallereien mehr anzubieten. „Dafür spielen Umwelt- und Tierschutzgründe eine Rolle“, sagt Sprecherin Anne Spies. Das Unternehmen betreibt zwei Märkte in Schleswig-Holstein: in Kiel und Lübeck. Der Lübecker Hagebaumarkt beabsichtigt ebenfalls, im kommenden Jahr gar keine Feuerwerkskörper mehr zu verkaufen.

Citti will Kunden nicht bevormunden

Die Kieler Citti Handelsgesellschaft will nach dem Silvestergeschäft bilanzieren und überlegen, wie es weitergehen soll. „Einerseits können wir die Kunden nicht bevormunden und tun uns daher schwer damit, Feuerwerk komplett aus dem Sortiment zu nehmen“, sagt Citti-Gesellschafter Jan Lütje. „Andererseits ist uns aber auch bewusst, dass das ein Thema ist.“ In diesem Jahr läuft erst mal noch alles wie immer. Das Feuerwerk sei bereits bestellt und bezahlt. Ähnlich äußert sich Sven Krause, Inhaber von Edeka Krause in Lübeck. „Da der Feuerwerksverkauf Minderjährigen untersagt ist, kann ich nur an die Vernunft der Erwachsenen appellieren.“

Mehrzahl der Kommentare ist positiv

Einige Edeka-Märkte haben sich anders entschieden. „Uns sind bisher drei selbstständige Kaufleute bekannt, die auf den Verkauf von Feuerwerkskörpern verzichten“, teilte die Edeka Handelsgesellschaft Nord mit. Sie betreiben Geschäfte in Neumünster, Flintbek, Rendsburg und Hamburg-Altona. „Wir möchten unseren und allen anderen Fellnasen sowie der Umwelt etwas zurück geben und nicht noch mehr zu der enormen Feinstaubbelastung und der massiven Verängstigung der Tiere beitragen“, heißt es in einem Facebook-Post von Edeka Meyer´s, den es zwei Mal in Neumünster gibt. Dabei sprechen sich die Verantwortlichen des Marktes nicht grundsätzlich gegen Feuerwerk aus. Man befürworte eine „öffentliche“ Lösung an tollen Plätzen in geordneteren Bahnen, heißt es. Dafür gibt es viele zustimmende Kommentare.

Auch Detlev Schmalfeld, Prokurist bei Werkers Welt in Mölln, erfährt überwiegend Zustimmung. „Über 95 Prozent der Rückmeldungen sind positiv“, berichtet er. Sein Haus hatte sich bereits im Sommer entschieden, den Böller-Verkauf einzustellen – nach dem die Stadt den Klimanotstand ausgerufen hatte.

Pyrotechnikanbieter spüren Verunsicherung

Der Pyrotechnikanbieter Nico, dessen Produktmanagement in Trittau (Kreis Stormarn) sitzt, spricht von „einzelnen, kleinen Märkten, die kein Feuerwerk mehr anbieten wollen.“ Es sei aber eine Verunsicherung im Handel zu spüren, da vielerorts von „Böller-Verbot“ die Rede sei, sagt Sprecher Marco Finessi. Nach seinen Angaben seien Feuerwerkskörper in den vergangenen Jahren schon umweltfreundlicher geworden. So werde kaum mehr Plastik in Verbundsfeuerwerk verwendet, auch würden die Raketenstäbe längst nicht mehr behandelt und lackiert.

Im vergangenen Jahr haben die Deutschen nach Angaben der Feuerwerksbranche 133 Millionen Euro für Silvester-Feuerwerk ausgegeben.

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Von Julia Paulat

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