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Wirtschaft im Norden 1800 Mietwohnungen in der Region Lübeck gefördert
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06:00 02.06.2019
Das Logo der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) an der Zentrale in Kiel. Quelle: dpa
Lübeck

Mit insgesamt 567 Millionen Euro hat die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) die wirtschaftliche Entwicklung im Südosten des Bundeslandes unterstützt. Das erklärte der IB.SH-Vorstandsvorsitzende Erk Westermann-Lammers in Lübeck. In die Hansestadt flossen dabei 100 Millionen Euro Fördergeld, in den Kreis Herzogtum Lauenburg 102 Millionen Euro, nach Ostholstein 130, nach Stormarn 88 und in den Kreis Segeberg 145 Millionen Euro. Landesweit lag das Fördervolumen bei 2,2 Milliarden Euro.

Bezahlbarer Wohnraum

Ein Großteil des Fördergeldes floss in den Mietwohnungsbau. Von 2015 bis 2018 habe die IB.SH 1791 Wohnungen im Südosten des Landes gefördert. Davon entfallen 478 auf die Stadt Lübeck, 194 auf den Kreis Herzogtum Lauenburg, 128 auf Stormarn und 922 auf den Kreis Segeberg – hier vor allem in Norderstedt. Viele der neuen Wohnungen seien im Hamburger Speckgürtel entstanden. Dort gebe es großen bedarf an gefördertem Wohnungsbau. Seit März 2017 gebe es einen Zuschuss von 250 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. „Das hat noch einen Kick gegeben“, sagte der IB-Chef. Er freue sich über die sehr aktiven Wohnungsbauunternehmen in Lübeck, man finde aber immer auch neue private Investoren für den geförderten Wohnungsbau.

Mehr Beschäftigte

617 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) Ende des Jahres 2018, das sind 21 mehr als ein Jahr zuvor. Darunter sind 25 Auszubildende und Trainees. Der Geschäftsbericht für 2018 weist erstmals eine Bilanzsumme von mehr als 20 Milliarden Euro aus. Der Zinsüberschuss stieg auf 121 Millionen Euro (2017: 108).Die Aufwendungen stiegen von 65 auf 69 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Risiko und Bewertung stieg auf 69 (62) Millionen Euro. Mit Ausnahme des Jahresüberschusses von 3 Millionen Euro, der dem Land zugute kommt, fließt der Betrag in die Stärkung der Eigenmittel. Die Gesamtkapitalquote beträgt 19,5 Prozent.

Förderung von Eigentum

Auch für Wohnungseigentum stellte die IB.SH Fördergeld zur Verfügung. „Mit rund 154 Millionen Euro konnten wir den Bau oder Kauf von 1869 Häusern oder Wohnungen ermöglichen“, sagt Henrike Schildknecht, Vertriebsleiterin Eigenheime bei der IB. Allein in Ahrensbök (Kreis Ostholstein) fördere man 182 Bauplätze für Einfamilienhäuser, darunter ein Projekt mit 21 barrierefreien Wohnungen. „Wir freuen uns, dass die Nachfrage nach Darlehen für Ein- bis Zwei-Familien-Häuser konstant hoch ist“, sagt Schildknecht. „Für das laufende Jahr sieht es genauso gut aus.“ Der Wunsch nach langen Zinsbindungen habe im Vordergrund gestanden. Die Eigentumsförderung entlaste auch den Mietwohnungsmarkt. Aber auch viele Sanierungen und Modernisierungen förderte die Investitionsbank. Man registriere aber auch, dass die Kapazitäten im Bauhandwerk und der Bauindustrie voll ausgelastet seien.

IB.SH-Vorstandsvorsitzender Erk Westermann-Lammers Quelle: Stefan Albrecht

„Übernehmen ist das neue Gründen“

Zu den bedeutenden Aufgaben im Bereich Wirtschaftsförderung zähle die Unterstützung von Existenzgründungen und Unternehmennachfolgen. „Übernahmen sind das neue Gründen. Das Thema wird auch in der Region Lübeck eine große Rolle spielen“, sagte Westermann-Lammers. Die Förderprodukte der Bank könnten dabei helfen. Aber auch Beratung spiele eine wichtige Rolle. Von den 1700 Beratungsgesprächen der IB-Förderlotsen hätten fast 800 Gründungen und Firmennachfolgen betroffen. Ein großer Beitrag bei Nachfolgen könnte darin liegen, mehr Frauen für das Thema zu gewinnen. Zum zweiten Mal wurde vor wenigen Tagen in Lübeck der Unternehmerinnenpreis der IB.SH in Lübeck verliehen. „Damit wollen wir Vorbilder zeigen“, sagt Westermann-Lammers.

Fachkräfte qualifizieren

Beim sogenannten Aufstiegs-BaföG habe sich der positive Trend fortgesetzt. Mit landesweit mehr als 26 Millionen Euro konnte die IB.SH 5400 Qualifizierungen fördern, davon 288 in Lübeck, 223 in Ostholstein, 371 im Kreis Herzogtum Lauenburg, 292 in Stormarn und 480 in Segeberg. „Die Bedeutung von Qualifizierung wächst vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels.“ Insgesamt flossen im Südosten des Landes 83 Millionen Euro in die Arbeitsmarkt- und Infrastrukturförderung.

Digitalisierung als Erfolgsfaktor

Eine besondere Aufgabe sei, die digitale Transformation im Land durch Beratung, Zuschüsse und Darlehen zu unterstützen, sagt Westermann-Lammers. Sie eröffne große Chancen für mehr Lebensqualität, neue Geschäftsmodelle und effizienteres Wirtschaften. Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen seien digitale Kompetenzen ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Um Information und Vernetzung zu fördern, veranstaltet die IB.SH Digitalisierungsforen – zuletzt in Lübeck im März dieses Jahres.

„Wichtigste Aufgabe bleibt die Schaffung bezahlbaren Wohnraums“, erklärte Westermann-Lammers. Es zeichne sich für das laufende Jahr eine höhere Einkommensgrenze der Mieter ab, die Förderquote werde auch im zweiten Förderweg von 60 auf 85 Prozent angehoben. Der Zuschuss beim Bau von geförderten Wohnungen erhöhe sich von 250 Euro auf bis zu 375 Euro . „Dadurch wollen wir mit dem starken Anstieg der Baukosten mithalten.“

Christian Risch

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