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Wirtschaft im Norden Kita-Streik: Verdi-Basis lehnt Schlichterspruch ab
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Kita-Streik: Verdi-Basis lehnt Schlichterspruch ab
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20:12 08.08.2015
Ein Kind mit einem T-Shirt mit der Aufschrift «Ich möchte in die Kita» steht in Hamburg während einer Aktion von Eltern zum Ende des Kita-Streiks vor dem Rathaus neben Kindern, die mit Bällen spielen. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
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Offenbach

Im Kita-Tarifstreit haben die betroffenen Mitglieder der Gewerkschaften Verdi und GEW den Schlichterspruch mit großer Mehrheit abgelehnt. In beiden DGB-Organisationen fiel die Entscheidung nach Sprecher-Angaben mit jeweils fast 70 Prozent deutlich aus. Auch bei einer Mitgliederbefragung des Beamtenbundes dbb sprachen sich über 60 Prozent der Beschäftigten aus dem Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes gegen eine Annahme des Spruchs aus. Dieser sieht 2 bis 4,5 Prozent mehr Geld vor.

Nun will Verdi bis zu fünf Wochen lang ihre Mitglieder befragen. Danach sollen die Verhandlungen am 13. August wiederaufgenommen werden. Während der Mitgliederbefragung solle es keine neuen Streiks geben, teilte Verdi-Chef Frank Bsirske mit. Ein Ergebnis könne lauten, dass die Mitglieder den Schlichterspruch annehmen, dass sie ihn ablehnen oder dass die Streiks fortgesetzt werden.

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Auch die Verhandlungskommission des Beamtenbunds dbb kündigte eine Mitgliederbefragung an. „Bevor wir in die abschließenden Gespräche gehen, wollen wir aber ein detailliertes Stimmungsbild aus unserer Mitgliedschaft“, sagte dbb-Verhandlungsführer Andreas Hemsing.

Ende Juni hatten die Schlichter, der sächsische Ex-Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) und der einstige Hannoveraner Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD), nach wochenlangen Kita-Streiks einvernehmlich Erhöhungen in den einzelnen Berufsgruppen vorgeschlagen. Der Schlichterspruch lag relativ weit entfernt von den Vorstellungen der Gewerkschaften, die eine deutliche Aufwertung der Beschäftigten durch bessere Eingruppierungen fordern.

dpa