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Wirtschaft im Norden Lagarde: Grand Dame oder Femme fatale?
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06:00 07.07.2019
Sonntags schreibt Börsenexperte Frank Meyer (n-tv) pointiert für die LN über Geld und Märkte. Quelle: LN-Archiv
Lübeck

So hat die Börse die Kandidatur der früheren französischen Finanzministerin und IWF-Chefin verstanden. Bundesbankpräsident Jens Weidmann als EZB-Chef wäre der Partykiller, der nicht schnell genug den Punsch über den Tresen schiebt. Die Euro-Schuldenländer frohlocken. Selbst die Renditen der Anleihen fielen tiefer ins Koma, Pardon, ins Minus. Selbst Italien kann mit Minuszinsen sogar Einnahmen generieren. Die wirtschaftlichen Zeichen stehen auf Abschwung, die Börsen steigen. Das eine muss mit dem anderen nicht zwingend mehr etwas zu tun haben.

Möge die Vergangenheit ruhen

Lagarde ist eine Siegertypin. Sie kennt sich mit Krisen, dem Geld anderer und mit den politischen Gepflogenheiten bestens aus. Sie gab zu, die Regeln gebrochen zu haben, um den Euro zu retten und wurde in einer anderen Sache wegen Fahrlässigkeit im Amt als Finanzministerin straffrei verurteilt. Möge die Vergangenheit ruhen.

Der Blick nach vorn wird für Sparer noch ungemütlicher werden, außer sie sparen in Aktien oder Gold, auch wenn sie das gar nicht möchten. Sie werden gezwungen, denn die EZB wird die Finanzmärkte weiter im billigen Geld ertränken. Als künftige EZB-Chefin weiß Lagarde um den Zustand der Eurozone und deren Finanzen und auch, was zu tun sei: Zinsen runter und Geld drucken. Sonst verschwindet der Euro und die Eurozone in einem schwarzen Loch.

Sie muss übers Wasser laufen

Vielleicht muss erneut Recht gebrochen werden? Und wenn ja, wen wird es kümmern? Es gibt viel zu tun: Die Wirtschaft in Schwung halten, Staaten finanziell stützen und den Euro dauer-retten. Sie muss über Wasser laufen, diesen in Wein verwandeln und dabei die Quadratur der Kreise erfinden. Ziemlich viel auf einmal. Sie wird sehr viel Glück brauchen. Und wir noch viel mehr.

Frank Meyer

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