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Wirtschaft im Norden SLM Solutions schreibt erstmals Verlust
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19:04 28.03.2019
Die neue Firmenzentrale von SLM Solutions in Lübeck-Genin. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Der Umsatz brach ein, der Aktienkurs auch: Das Jahr 2018 war ein deutlicher Knick in der Erfolgskurve der SLM Solutions Group und bescherte sieben Millionen Euro Verlust. Für dieses Jahr versprechen die Hersteller von 3-D-Druckern bessere Zahlen. Ab Mai führt ein neuer Vorstandschef das Lübecker Unternehmen.

Nach Jahren des Erfolgs und des rasanten Wachstums ist das eine ganz neue Erfahrung für das Lübecker Unternehmen. „Enttäuscht von den Ergebnissen“ zeigte sich deshalb auch SLM-Vertriebsvorstand Axel Schulz. „Das erste Mal in der Geschichte von SLM Solutions ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen“, erklärte er zu den Geschäftszahlen des Jahres 2018. Mit 71,7 Millionen Euro lag der Umsatz um 13,1 Prozent niedriger als im Vorjahr (2017: 82,5 Millionen Euro), unter dem Strich steht ein Minus von sieben Millionen Euro beim Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (Ebitda). 2017 lag dieser Wert noch bei plus zwei Millionen Euro.

Großkunde stoppte Bestellung

Die Umsatzeinbußen sind zum großen Teil darauf zurückzuführen, dass ein Großkunde aus China seine Bestellungen bei SLM im vergangenen Herbst zunächst gestoppt hatte. Eine Maschine, mit der er Referenzprodukte herstellen wollte, war beim Transport beschädigt worden. Mittlerweile nehme der Kunde aber wieder nach und nach die bestellten Maschinen ab, erklärte Daniela Wedemeyer, kaufmännische Leiterin von SLM, gegenüber den LN

Neuer Vorstandschef

Gleichzeitig zu den ernüchternden Zahlen hatte SLM am Donnerstag aber auch eine positive Botschaft zu verkünden. Ab Mai hat das Unternehmen wieder einen Vorstandsvorsitzenden (CEO): Meddah Hajdar, der zuvor Manager beim US-Konzern General Electric (GE) war, wechselt auf diesen Posten. Zuletzt war Hajdar Chef der GE-Sparte „Additive Laser Products“ in Deutschland. Damit hat das Lübecker Unternehmen einen Manager von jenem Konzern gewinnen können, der SLM vor zweieinhalb Jahren übernehmen wollte. Die Übernahme war seinerzeit geplatzt, weil GE nicht die nötige Aktienmehrheit an SLM hatte erwerben können. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Herrn Hajdar einen neuen CEO verpflichten konnten, der SLM Solutions wieder zurück auf den Wachstumspfad führen kann“, sagte Aufsichtsratschef und Firmengründer Hans-Joachim Ihde. Der bisherige Finanzvorstand und zugleich seit längerem kommissarische Vorstandschef Uwe Bögershausen verlässt das Unternehmen wie bereits angekündigt Ende Juni.

Mehr Mitarbeiter, aber auch Abbau

Die Zahl der Mitarbeiter der SLM Solutions Group wuchs im vergangenen Jahr von 370 auf 422. Die Aufwendungen für Personal stiegen von 32,0 auf 35,3 Prozent. Doch es kam auch zum Abbau von Mitarbeitern in der Produktion. „Es hat Kündigungen gegeben. So weit ich gehört habe, haben sich aber alle Betroffenen gütlich mit dem Unternehmen geeinigt“, sagte Eckehard Sieg von der Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) Schleswig-Holstein den LN. „Wir bedauern den Stellenabbau, aber das kann in einem schnell wachsenden Unternehmen passieren. Wir wünschen SLM gute Entscheidungen für die Zukunft“, fügte Sieg hinzu.

Umsatz soll wieder steigen

Für das Geschäftsjahr 2019 erwartet der Vorstand wieder steigende Umsätze in der Größenordnung von etwa 95 Millionen Euro. und ein ausgeglichenes Ergebnis. Obwohl die geplante Umsatzsteigerung im ersten Quartal noch nicht sichtbar sei, gehe man „von einer positiven Entwicklung des Bestellverhaltens“ in den kommenden neun Monaten aus.

Der Aktienkurs rauschte im Laufe des Jahres 2018 um 80 Prozent nach unten, von 47,75 Euro auf nur noch neun Euro am Jahresende. Am Donnerstag lag der Kurs am späten Nachmittag bei 6,50 Euro. Der Kursverfall wird bei der Hauptversammlung des Unternehmens am 25. Juni in Lübeck für Gesprächsstoff sorgen.

Christian Risch

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