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Wirtschaft im Norden Die Farbbrille bringt den Perspektivwechsel
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18:13 29.12.2018
Ann-Kathrin König setzt mit der Brille und der Zitrone auf den Perspektivwechsel. Quelle: Rüdiger Jacob
Lübeck

Zugegeben, einer der Arbeitsschritte, den Ann-Kathrin König bisweilen macht, scheint ungewöhnlich. „Es ist einer, der die Sicht auf die Dinge grundlegend verändern kann“, sagt die 33-Jährige. Zum Beispiel auf der Suche nach neuem Personal. Seit 2010 lebt die im Harz geborene Frau in Lübeck. Als selbstständige Personalberaterin ist König seit 2013 im gleichnamigen Personalunternehmen tätig. Die Wahllübeckerin ist seit 2013 als Personalberaterin Inhaberin des gleichnamigen Unternehmens. Berufliche Erfahrungen besitzt König unter anderem im Recruiting von Fach- und Führungspersönlichkeiten, Bewerbermanagement, im Personalmarketing, sowie als Trainerin und Coach.

„Recruiting ist nicht Standard, sondern individuell“, sagt König. Womit die Expertin meint, sich bei der Mitarbeitergewinnung und in die jeweiligen Zielgruppen „hineindenken“ zu müssen. „Es geht um den Perspektivwechsel“, erklärt König. Das heißt, mal aus der Bewerberbrille zu schauen. Und genau dies ist einer der Inhalte ihrer Workshops, bei dem sie die Kunden verschieden farbige Brillen aufsetzen lässt, um durch die Brille eine Zitrone anzusehen. Viele Teilnehmer, die durch eine blaue Brille sehen, glauben, dass die Farbe der Zitrone grün sei. Falsch! „Die Zitrone selber ist nach wie vor gelb“, weiß König. Für so manchen Seminarteilnehmer eine verblüffende Erkenntnis – und für die Dozentin eine willkommene Empfehlung, die eigene Sicht der Dinge zu überdenken und einen Perspektivwechsel zu wagen. „Wir glauben an das Grün, weil wir einen blauen Filter vor uns haben“, sagt König.

Unternehmen müssen umdenken

„Täglich sehen wir die Welt durch unsere Filter, sind durch unterschiedliche Erfahrungen, Erziehung und Wertvorstellungen geprägt“, sagt sie. „Um eine andere Haltung zu entwickeln, müssen wir die Blaufilter ablegen“, verdeutlicht König an dem Brillenexperiment die gewünschte Änderung der Sicht auf die Dinge. „Es gibt noch zu viele Unternehmen, die glauben, Arbeitssuchende müssten sich bei ihnen bewerben, nicht umgekehrt.“ Laut König eine Fehleinschätzung. „Unternehmen müssen eine am Menschen orientierte Haltung entwickeln, und sich auch bei potenziellen Arbeitnehmern bewerben“. Doch wie geht das? Wie steuern Firmen ihre Außenkommunikation, wie sind sie für ihre Zielgruppen sichtbar? „Wie gehe ich heute mit Bewerbern um, ist mein Angebot bereits auf deren Bedürfnisse und Erwartungen ausgerichtet?“, fragt König. „Wir müssen umdenken“, sagt die Expertin und rät dazu, sich intensiver mit dem Bewerbermarkt auseinanderzusetzen. Auch gelte es, Mitarbeitergewinnung- und Bindung ganzheitlich zu betrachten. Dazu gehöre auch, sich mit der aktuellen und zukünftigen Führungs- und Unternehmenskultur auseinanderzusetzen und eine zukunftsfähige Denkweise zu entwickeln. „Menschen verlassen Menschen, nicht Unternehmen“, so König. „Auch das hat etwas mit Perspektivwechsel zu tun.“

„Das Thema Personal neu zu denken, neu zu fühlen und zu erleben, dafür erarbeite ich mit meinem Team passgenaue Konzepte,“ so König. „Ich lebe und liebe das Thema und ich helfe Unternehmen, sich für die Zukunft zu rüsten, denn das ist erst der Anfang,“ prognostiziert König: „In Zukunft wird das Personal darüber entscheiden, ob das Unternehmen erfolgreich ist oder am Markt verschwindet“.

Rüdiger Jacob

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