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Wirtschaft im Norden Neue Technik: Telekom kündigt alte Verträge — auch in Lübeck
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22:34 29.09.2014
Die Telekom-Zentrale in Bonn: Der Konzern will komplett auf Internet-Telefonie umstellen. Quelle: Berg/dpa
Bonn

Die Deutsche Telekom setzt für das Festnetz-Telefonieren komplett auf neue Technik. Bis 2018 will sie die Netze in ganz Deutschland von ISDN oder alter analoger Technik auf IP-Telefonie umstellen. Um diesen Prozess zu beschleunigen, kündigt der Bonner Konzern in einigen Regionen die alten Verträge mit seinen Kunden. Es geht zunächst um die ersten Netze mit dem besonders schnellen VDSL-Internet, die in 53 Städten eingerichtet worden seien, sagte Telekom-Manager Ingo Hofacker. Betroffen seien bundesweit rund 300 000 Kunden.

„Wir stellen alle Kunden nach und nach um. Aktuell haben wir Kunden in Berlin, Hamburg und München angeschrieben“, erklärt Telekom-Sprecherin Stefanie Halle. „Auch in Schleswig-Holstein und in Lübeck werden Kunden in absehbarer angeschrieben und umgestellt.“ Bis Ende 2018 würden rund 20 Millionen Kunden auf IP-Telefonie (Internet Protokoll) wechseln müssen. „Wir gehen jetzt schrittweise die Ortsnetze im gesamten Bundesgebiet an.“

Die Telekom mache ihre Netzinfrastruktur damit fit für die Herausforderungen der Zukunft. „Für den Kunden ergeben sich völlig neue Möglichkeiten: Die Daten werden noch schneller übertragen, Fernsehprogramme laufen in HD, und der Anschluss verfügt über mehrere Rufnummern“, erklärt die Konzernsprecherin. Der Umstieg sei notwendig, „denn die bisher eingesetzte Technik und die Vielzahl von Plattformen, die historisch gewachsen sind, werden den Ansprüchen einer digitalen Gesellschaft nicht mehr gerecht.“ Außerdem bekomme die Telekom in absehbarer Zeit keine Ersatzteile mehr für die herkömmliche Technik, weil auch die Systemhersteller ihre Produkte auf IP-Technik umstellen.

Die Modernisierung mache einen Vertragswechsel nötig. „Der bestehende Vertrag ist auf das alte Netz abgestimmt und kann nicht unverändert weiterlaufen. Formaljuristisch werden wir auch Kündigungen aussprechen müssen“, so die Sprecherin. Die Telekom biete den Kunden aber eine „nahtlose Weiterführung ihrer Telekom- Dienste auf IP-Basis an und berate die Kunden auch entsprechend“.

„Der Kunde wird für seine heutigen Leistungen wie Telefon, Internet und Fernsehen in der Regel keinen Cent mehr bezahlen. Uns ist es wichtig, dass möglichst alle Kunden in das neue Netz wechseln können, ohne dass ihnen zusätzliche Kosten entstehen“, sagt die Sprecherin. Wenn der Kunde die passende Hardware nicht besitze, könne er diese kaufen oder mieten — so wie bisher auch.

Bei Verbraucherschützern im Norden häufen sich aber Beschwerden von Kunden, die von Problemen mit IP-Telefonie berichten. Die Telekom räumt ein, dass es Ende August bei zehn Prozent der IP-Kunden zu Störungen gekommen sei. „ Das war sehr ärgerlich, und wir bedauern die Unannehmlichkeiten.“ Das ändere aber nichts daran, „dass der Weg zu IP richtig ist“, sagte Hofacker. cri

Sprache wird in Datenpaketen verschickt

3,5 Millionen Telekom-Kunden telefonieren bereits mit Internet-Technologie, pro Woche werden 50000 bis 60000 Kunden auf IP-Telefonie umgestellt. Bei dieser Technik werden Gespräche in Form von Datenpaketen über das Internet verschickt. Das Telefon wird dabei direkt in den Internet-Router eingestöpselt. Den Kunden entstünden dabei unter Umständen höchstens Kosten für einen neuen Router, so die Telekom. Die Telefone könnten in der Regel weitergenutzt werden, heißt es.

LN

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